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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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Niebuhr und Schulze über Realismus. 411

logie verdanken, ist wohl eine der allerschwersten, und mussdoch zu lösen sein."*)

Dass auch Schulze für eine zweckentsprechende Bildungdes industriellen Theils der Bevölkerung sorgen wollte, gehtaus seinen früher erwähnten Verhandlungen mit dem KölnerConsistoriuru hervor, in denen er die Errichtung von Bürger-schulen neben den Elementarschulen und den Gymnasien in denrheinischen Städten anregte; er missbilligte demnach keines-wegs, dass auch in den östlichen Provinzen solche Anstalten,Bürger- und Gewerbeschulen damals in das Leben gerufenwurden; aber entschieden trat er ihren Gönnern und Freundenentgegen, wenn sie nach ihren realistischen Anschauungen nunauch die Gymnasien umbilden wollten, wenn sie den Werthder classischen Bildung für die gelehrten Schulen verkannten.„Bürgerschulen sollen und müssen sein, schrieb er 1831 anPassow, aber sie müssen neben den Gymnasien bestehen undnicht diesen ihre verschiedenen Zwecke aufbürden. SogenannteRealschulen halte ich nach wie vor für Anstalten, die ihrenZweck verfehlen, eben weil sie aus einem unklaren Gedankenhervorgegangen sind." Da die Schulen dieser Art ihre Ent-stehung den verschiedenen nach und nach hervorgetretenenBedürfnissen der einzelnen Städte verdankten, und die Kostenihrer Gründung und Unterhaltung wesentlich aus städtischenMitteln bestritten wurden, waren bei ihrer Einrichtung dieWünsche und Anträge der städtischen Behörde zu berück-sichtigen: daraus und aus den liberalen Verwaltungs-Grund-sätzen Altensteins erklärt es Schulze**), dass zunächst grosseVerschiedenheiten des Lehrplans in ihnen geduldet wurden.Auch als 1832 das Ministerium eine Instruction für die an

*) S. Thierschs Leben I, 351 f.

**) In dem beachtenswerten Aufsatz über Kortüms Thätigkeit imMinisterium, den er zu der 1860 bei G. Reimer anonym von Deycksveröffentlichten Gedenkschrift auf Kortüin beisteuerte. S. ausser SchulzesAeusserungen über die Anfänge der Realschulen Wiese, Schulwesen I,26 f., Lebenserinnerungen I, 209 f., Rönne, Unterrichtswesen II, 307 ff.,Conrad, Universitätsstudium 182 ff., die Artikel über Realschule undRealgymnasium in der 2. Aufl. von Schunds Pädagogischer Encyclo-pädie und neben der hier aufgeführten Literatur Goldschmidt, KunthS. 124 ff. 141 ff. 310 ff.