348 Zweites Buch. Erstes Capitel.
Nicolovius, dass Kamptz selbst ihn 1830 gebeten hatte, zu-nächstprovisorisch wieder die 1824 ihm entzogene Direction derUnterrichtsabtheilung zu übernehmen und 1832 definitivdieses Amt wieder in seine Hand gegeben wurde; aberStörungen seiner Gesundheit hinderten vielfach den inzwischenGealterten an frischer Thätigkeit und 1839 sah der Zwei-undsiebenzigjährige sich genöthigt seine Entlassung zu neh-men*). Schon lange zuvor war Beckedorff aus der Unter-richtsverwaltung geschieden. Wenn Nicolovius fälschlichdie Absicht eines Uebertritts zur römischen Kirche nach-gesagt ward, so hat Beckedorff 1827 einen solchen Schrittausgeführt; er dankte es den Vorstellungen Altensteins undSchulzes, dass der König, der eingehend früher BeckedorffsBedenken gegen die protestantischen Lehren zu widerlegen sichbemüht hatte und dessen Verfahren entschieden verurtheilte,sich wider seine erste Absicht zur Bewilligung eines ange-messenen Wartegeldes bestimmen Hess. Schulze und Alten-stein hatten sich um so mehr verpflichtet gehalten nach-drücklich für ihren früheren Gegner sich zu verwenden, dasie dessen eifrige Thätigkeit für das Volksschulwesen schätzengelernt hatten; als Referent hierüber und über Bürgerschulenwurde an Beckedorffs Stelle 1830 Schulzes Landsmannund alter Haller Studiengenosse Kortüm aus Düsseldorfnach Berlin berufen. Was unter solchen Verhältnissen imMinisterium Schulzes Eifer und Arbeitskraft für den Staatbedeutete, fand nun auch bei dem Herrscher gebührende An-erkennung: dankbar empfand es Schulze, nachdem er langevom König verkannt war, dass ihm dieser 1828 den rothenAdlerorden dritter Klasse und 1835 die zweite Klassedieses Ordens mit Eichenlaub verlieh. Wie er erzählt,erfreuten ihn besonders die einfachen Worte, die bei diesemAnlass der König an ihn und die aus gleichem Grund beidem Ordensfeste Vorgestellten richtete: „Mich freuen soviele würdige Männer vor mir zu sehen, die sich um meinVolk verdient gemacht haben; ich danke Ihnen." Geradeim vorangegangenen Jahr war eine seiner bedeutsamsten
*) S. die Denkschrift seines SohneB auf Nicolovius S. 311 ff., 326 ff.