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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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318 Zweites Buch. Erstes Capitel.

noch Gratifikationen mit auf den Weg gegeben; nur lang-sam sei eine Besserung zu erzielen, da die Regierung sichselbst erst die geistlichen und weltlichen Lehrer für dieseProvinz bilden müsse.

Auch Vincke erklärte, dass die Uebelstände, die sichbei den ihm unterstellten Schulen Westfalens zeigten, aufganz andere Gründe zurückzuführen seien als auf eine tadelns-werthe Richtung einzelner Lehrer oder Anstalten in derdurch die ministerielle Verfügung bemerkten Rücksicht.Sämmtliche Consistorialräthe seiner Provinz hatten dieFrage, ob sie in dieser Beziehung an irgend einem Gym-nasium derselben etwas zu rügen hätten, verneinend beant-wortet. Vincke rühmte ausdrücklich den guten Geist, der inHinsicht auf eine bürgerliche, ordentliche, bescheidene, lobens-werthe Sinnes- und Handlungsweise bei den Lehrern derhöhern Unterrichtsanstaltcn im Allgemeinen herrsche. Beider Besprechung der einzelnen Schulen hob er manchesTadelnswerthe hervor, meinte aber, den Lehrern sei viel mehrMangel an Lebendigkeit zum Vorwurf zu machen als ein zustarkes Aufregen der Jugend. In Anknüpfung an den vonAltenstein selbst im Circular-Rescript hinzugefügten Schluss-satz, in welchem auf des Königs liberale Bewilligung be-deutender Geldmittel für die höheren Lehranstalten hin-gewiesen war, wonach deren Leiter doppelt verpflichtet seienalles aufzubieten, damit die wohlthätigen Absichten desKönigs zum Segen des Landes erfüllt würden, bat Vinckeum die Beschaffung weiterer äusserer Hülfsmittel; ihrer be-dürfe es, um den Schulen „einen entschiedenen, das Gutekräftig fördernden, die Ungebundenheit der Jugend durchein ernstes Studium der Wissenschaften bezähmenden Charakterzu geben" und dadurch die in der ministeriellen Verfügungempfohlenen Zwecke zu erreichen. Ein Mittel hierfür seienhäufige Reisen der Räthe, solche seien aber nur dann er-folgreich, wenn dieselben nicht immer mit Klagen zu kämpfenhätten, sondern die Lehrer bei ihrer mühsamen Arbeit zu-frieden sehen und dagegen von ihnen volle Hingebung fürdie ernste Ordnung der Schule und angestrengte kräftigeBeschäftigung der Jugend fordern könnten.