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Marienbaum als Wallfahrtsort und ehemaliges Birgittinnen-Doppelkloster
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ganz entsetzlicher Weise grassierte. Die Stadt Cleve verlor zweiDrittel ihrer Einwohner, ') Calcar bei 2000. 2 ) In Prozessionen zogendie Bewohner von Xanten, Sonsbeck, Uedem, Appeldorn, Wardt,Lüttingen, Hönnepel, Huisberden, Qrieth, Calcar nach Marienbaum,um die Fürbitte der Muttergottes anzuruien. Calcar schenkte der Klos-terkirche 1637 aus Dankbarkeit ein darauf bezügliches Oelgemälde. 3 )

Das Schlimmste kam für Marienbaum, als der hessische OberstRabenhaupt am 22. September 1640 Calcar eroberte und den Spa-niern entriß. Weit und breit wurde gebrandschatzt und ranzio-niert. *) Am 29. September 1642 erschienen in aller Frühe unterMarschall Guebriant Truppen des französisch-hessisch-weimarschenHeeres vor dem Kloster, als die Religiösen sich eben zum Chor-dienst anschickten. Sie stiegen über die Klostermauern u. plündertenbeide Konvente. Die Beute fiel um so reicher aus, als mancheAdelige und Bürger ihre Schätze im Kloster geborgen hatten in derfesten Meinung, daß sie dort gesicherter wären. Die Schwesternwaren beim Eindringen der Soldaten alle in das Chor der Kirchegeflohen, die beherzte Äbtissin hatte sich jedoch, den Ordens-priester Bielevelt zur Seite, vor der Türe aufgestellt. Ein Soldat,den Bielevelt durch eine Geldspende gewonnen hatte, wehrte mitgezücktem Seitengewehr Eindringlinge ab. Bei der guten Beute, diedie Soldaten gemacht hatten, blieb die Kirche unangetastet. DieSchwestern waren jedoch durch den Überfall so in Schrecken ge-setzt, daß sie noch am selbigen Tage über den Rhein nach Reesflüchteten und dort bis zum 14. Oktober verblieben.

Seitdem genoß das Kloster eine leidliche Ruhe und trat nachAbschluß des westfälischen Friedens dem Gedanken näher, dasBrüderkloster zu erweitern. So tiefe Wunden der dreissigjährigeKrieg dem Lande auch geschlagen und namentlich das platte Landverödet hatte, dem Kloster war man gewogen geblieben und flössenihm nach und nach, wenn auch nicht in früherem Maße, wiedermehrere, selbst bedeutendere Zuwendungen zu,

Durch den Magenscheid der Familie Düsseldorp war den Ehe-leuten Diedrich v. der Bruggen und Anna v. Düsseldorp aus Domi-nalgütern eine Rente von 20 Gulden aus dem Zoll zu Lobith, einevon 15 brabantschen Kaisergulden und eine Verschreibung von 2100aus Ländereien an der Spey zu Spellen zugefallen. Diese Rentengingen von den Eheleuten auf Thomas v. d. Bruggen über, der sieunter dem Mitsiegel von D. theol. Johann Düsseldorp, Dechantenin Rees, 5 ) und dem Xantener Kanoniker Heinrich v. Rees am 9.

') Fol. 45.

2 ) Schölten, Beitr. z. Gesch. d. Stadt Cleve. 1905, S. 418.') Schölten, Das Dominikanerkloster i. Calcar, 41.') Nettesheim, a. a. O. 402.

B ) Dechant Johann war ein Bruder von Adelheid. Gerard, ein Sohn von Diedrich,Heinrichs Sohn und der Kath. v. Joeckeren 1587.