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kurz oder lang über das Cleverland und auch über ihr Kloster sichzu entladen. Das alte clevische Fürstenhaus, das für die Stiftungseiner beliebten Herzogin Maria von Burgund ein so warnies Herzgehabt, war nicht mehr, fremde Fürsten mit andern Ansichtenwaren an seine Stelle getreten. Ein Glück noch, daß das Land, solange beide eins waren, verhältnismäßig Ruhe und Frieden genoß,Wie trüb aber wurden die Aussichten seit der verhängnisvollenOhrfeige, die der brandenburgische Kurfürst dem neuburger Erb-prinzen erteilt hatte, und seit der Rückkehr des letzteren zur katho-lischen Kirche. Die reformierten Holländer traten für Brandenburg,die Spanier für Neuburg ein. Trotz des geschlossenen Waffenstill-standes eroberten Spinola die Städte Duisburg, Orsoy, Rheinbergund Wesel und Prinz Moritz von Nassau die Städte Emmerich,.Rees, Calcar, Goch und Gennep. Ungeachtet aller Proteste vonBrandenburg und Neuburg hielten beide die Ortschaften besetzt u„brandschatzten von dort aus die Umgebung.
So kam um das Jahr 1620 eine Schaar Holländer nach Marien-baum, deren Führer Graf Hollack ') entschlossen war, das ganzeKloster zu vernichten. In dem Augenblick jedoch, wo er dieKlosterschwelle überschritten hatte, fühlte er sich, nach seinemeigenen Geständnis, wie von einer unsichtbaren Hand zurückge-halten und änderte seine Gesinnung. Eben noch zeitig genug ent-deckte man an mehreren Stellen des Klosters Pulver und brennendeLunten im Stroh. So kam das Kloster diesmal mit dem bloßenSchrecken davon.
1625 traten die traurigen Überbleibsel der Engländer, Franzosenund Deutschen Söldner unter Graf Ernst v. Mansfeld und HerzogChristian von Braunschweig ins Clevische über, schlugen in Nieder-mörmter das Lager auf und machten von hier aus bis in die weiteUmgegend verheerende Raubzüge, selbst bis nach Uerdingen. 2 )Zwei Juden in Emmerich Simon und Salomon kauften die Beuteund erwarben sich großen Reichtum. 8 ) Näher noch rückte derFeind im folgenden Jahr, wo die Spanier aus ihrem Feldlager beiIssum das Lager der Holländer in Hönnepel überfielen und dem-selben eine Niederlage beibrachten. 4 ) Besonders verderblich wurdedas Jahr 1635, wo Isolani mit seinen Kroaten das Cleverland brand-schatzte und vom 6. September bis zum 25. von Monterberg aussein Unwesen trieb. Nach Sotier 5 ) wurden die Religiösen ausdem Kloster verjagt, flüchteten nach Marienbloem und blieben dortsechs Monate. Zu den Kriegsgeißeln kam 1636 die Pest, die in
') v. Gherwen, S. 77.
2 ) Annalen d. hist. Ver. 14, 229—233.
a ) Wassenberg, Embrica p. 263.
') Nettcsheim, Geschichte der Stadt Geldern, 387 ff
') fol. 45.