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Marienbaum als Wallfahrtsort und ehemaliges Birgittinnen-Doppelkloster
Entstehung
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Auffindung eines Marienbildes und Ent-stehung der Wallfahrt dahin.

Die Entstehung der Wallfahrt und des Birgittinen-Doppelklostersin Marienbaum, einem in der Mitte zwischen Calcar undXanten gelegenen katholischen Pfarrdorf mit 970 Seelen, ist wiebei vielen andern Klöstern und insbesondere Wallfahrtsorten mitgar wunderbar klingenden Legenden verknüpft. Gleich in der Platz-frage spielt wie anderwärts, so auch hier ein armer Schafhirt eineRolle. Er hatte in Broechem oder Bruchheim, einem bruchigsumpfigen, mit Holz bestandenen Bezirk in der Nähe des Reichs-hochwaldes eine Schafherde zu besorgen, wie es deren damals amganzen Niederrhein wegen der allenthalben, besonders in Gochund Calcar blühenden Tuchfabrikation viele gab. Außer einigenvom clevischen Fürstenhaus- leibgewinnsrührigen Katen war dieGegend noch unkultiviert und deshalb wenig besiedelt. EinesNachts nun, kurz vor 1430, so erzählen die Klosterchronisten ein-mütig, sah der lahme und sieche Schäfer im Traum einen hohenEichbaum, dessen Stamm bis zu den Ästen stufen- oder treppen-artig geformt war, und in den Ästen und Zweigen desselben einekleine Muttergottesstatue. Dabei wurde ihm eingegeben, er solleeinen solchen Baum in Bruchem aufsuchen und das Bild indemselben vertrauensvoll verehren, dann würde er von seinerKrankheit genesen. Der Schäfer tat, wie ihm im Traum bedeutetwar; er begab sich auf die Suche und entdeckte wirklich einensolchen Baum. Er verehrte das Bild und genaß von seinem Elend.Voller Freude erzählte er seine Entdeckung und Genesung, undwer kam, fand alles bestätigt, was und wie es der Schäfer gesagthatte. So währte es nicht lange, da fanden sich Kranke undGebrechliche an der Stelle ein, verrichteten ihre Andacht undglaubten sich genesen. Die Zahl der Pilger wuchs von Tag zu Tag.Sie gaben dem Ort den Namen an genTrappenboom, wenngleichder neue Name den alten .Bruchem" nicht verdrängte. Die noch stetszunehmenden Pilgergruppen und ihre Opfer veranlaßten den Pfarrervon Vynen am Rhein, (Jacobus de Craenley, der am 10. April 1432investiert war), wohin die Ansiedler in Bruchem eingepfarrt waren,das Bild aus dem Baum in seine Pfarrkirche tragen und daselbstaufstellen zu lassen. Allein, so erzählt die Chronik weiter, amandern Tage befand sich das Bild wieder in dem Trappenbaum zuBruchem, und da erneute Versuche des Pfarrers denselben Erfolg