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Marienbaum als Wallfahrtsort und ehemaliges Birgittinnen-Doppelkloster
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Von der Plünderung bis zur Rückkehr beiderKonvente von Calcar nach Marienbaum.

Diese Periode war eine der traurigsten für die Katholiken desCleverlandes überhaupt und seine Klöster insbesondere. ImGeldernschen loderte der Krieg zwischen Spanien und Holland inhellen Flammen, Kirchen und Klöster wurden geplündert uud ver-wüstet, das Heiligste entehrt und geschändet. Im Clevergebiettummelten sich Spanier und Holländer herum, als wären sie Herrendes Landes. Im Cölnischen entbrannte durch den Abfall des Geb-hard Truchsess ein grauenvoller blutiger Krieg, der auch Cleverlandbeunruhigte.

Blieben die Religiösen in Marienbaum auch in diesen Zeitenihrer Regel treu ergeben, so sank ihre materielle Lage doch tiefhinab. Renten und Pachte wurden nicht bezahlt, Vermächtnisse u.Schenkungen hörten auf. Nur zwei Ankäufe weisen die Urkundenaus dieser Zeit auf. Im Jahre 1571 am 18. November verkaufte OttoSpaen, der 1553 mit Verkelde oder Holthusen in Keppeln belehntwar (Floris Spaen sein Nachfolger), an das Kloster eine Rente von9 Reichstaler ') und am 13. Juni 1576 Joist v. Bronckhorst-Baten-burg mit seiner Gemahlin Gertrud zu Hönnepel zwei Renten von 6Goldgulden und 7 Rthlr. aus dem Hof Neuenhof zu Kirsel in Herr-lichkeit Hönnepel. a )

Inzwischen wurden die Zeiten von Tag zu Tag gefahrdrohender.Zu den Kriegsgeißeln gesellte sich noch die Pest, die 1581 auch imKloster aufräumte. Wilde Kriegshorden, holländische, spanische u.kaiserliche durchzogen mordend und brennend das Land. Derschwache Herzog Wilhelm von Cleve war außerstand, dem SturmeEinhalt zu tun. Am 28. Oktober 1582 sandte er abends spät einenPostreiter an die Äbtissin Catharina Brackmann zu Marienbaum mitder Meldung, er könne das Kloster nicht beschützen, man solle diekostbarsten Sachen packen und sich mit diesen in eine benach-barte Stadt begeben. Noch in derselben Nacht wurden die Vorbe-reitungen getroffen und mit Tagesanbruch einige Nonnen unter Be-gleitung der herzhaften Äbtissin nach dem benachbarten Calcar ge-bracht und dem Herzog sofort Meldung davon gemacht. Um 12Uhr mittags traf ein zweiter Eilbote von Cleve ein, sich sofort ineine Nachbarstadt zu begeben, um der herrannahenden Gefahr zu

') Copialbuch fol. 268. Turck, Privilegia nobilium, msc, im Archiv Wissen, fol. 6O2Ueber die Spaen vergl. Schölten, Cranenburg u. s. Stift. Cleve 1902, S. 51und 52.

2 ) Copialbuch f. 175 ff.