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Marienbaum als Wallfahrtsort und ehemaliges Birgittinnen-Doppelkloster
Entstehung
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Die Einführung der Religiösen und Erwer-bungen bis zum Tod der Stifterin.

Kaum war der Neubau für die Aufnahme von Religiösen in etwawohnlich eingerichtet und für deren Unterhalt spärlich gesorgt,da dachte die Stifterin in der zweiten Hälfte des Juli 1461 bereitsan eine Einführung, obschon die Bulle des Papstes eigentlich nochkeine Rechtskraft erlangt hatte. Bei ihrer Anwesenheit im KlosterMarien- oder Koudewater bei s'Hertogenbosch und auch durchStudium der Genossenschaft hatte sie sich mit allem, was nottat,bekannt gemacht und mit den dortigen Oberen verabredet, daß diesedie ersten Schwestern u. Brüder zur vollen Einführung ins Kloster-leben nach Marienbaum hergeben sollten. Strenggenommen hättennach dem Muster des von der h. Birgitta (13021374) zu Wadstenain der schwedischen Diöcese Linköping gestifteten Mutterklosters indem Schwestern-Konvent zu Marienbaum 60 Nonnen und in demBrüder-Konvent 13 Priester zu Ehren der zwölf Apostel und des h.Paulus, 4 Diakonen zu Ehren der lateinischen Kirchenlehrer und 8Brüder für die Besorgung der weltlichen Angelegenheiten placiertwerden sollen, die alle unter Leitung einer Mater oder Äbtissin zustehen hatten, welche unter Verständigung mit den übrigen Ordens-mitgliedern einen Beichtvater, Prior oder confessor, auswählte und4em Bischof zur Bestätigung vorschlug. Alle, Brüder und Schwesternlebten in beständiger Klausur der Betrachtung des Leidens Christiund der Verehrung Mariens. Beide Geschlechter sahen sich nie, selbstin der Kirche nicht. Die Schwestern sangen täglich die Tagzeiten derseligsten Jungfrau, die Brüder das große Offizium. Letztere hattensich mit Studium und Gebet zu befassen und an den Sonntagen demVolk in der Landessprache das Evangelium zu erklären. Der Regelnach hatte der Diöcesanbischof das Recht der Visitation und Ein-kleidung. Am Schluß der Einkleidungsfeier trugen vier Nonnen odervier Brüder die eingekleidete Persönlichkeit wie eine Tote oder einenToten auf einer Bahre aus der Kirche ins Kloster. Der Genossen-schaft, Birgittiner- oder S. Salvatoris Orden genannt, lag die Regeldes hl. Augustinus zu Grunde, jedoch mit einigen Abänderungen,die der Heiland der h. Birgitta selbst zu erkennen gegeben habensoll. Sie verbreitete sich über fast alle Länder; in Deutschland gabes im 18. Jahrh. außer in Marienbaum und Marienbloem in Calcarnur noch drei Klöster des Ordens, nämlich in Marienforst bei Godes-berg, Sion in Cöln und Altenmünster in Bayern. Schwestern undBrüder trugen Kutten von grauer Wolle und einen Mantel von der-selben Farbe, die Klosterfrauen einen weißen linnenen Schleier, der