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das Herzogtum Geldern und die Gralschaft Zutphen zu haben undließ sich bereits huldigen. Da ihm jedoch die Belehnung von KaiserKarl V. verweigert wurde, rückte Wilhelm im Bunde mit dem Königvon Frankreich gegen den Kaiser vor. Dieser kam mit einer starkenArmee den Rhein hinab, um den Herzog in seinem Stammland an-zugreifen. ') In dieser Bedrängnis erließ Herzog Wilhelm im Juli1543 den Befehl, daß aus allen Kirchen seines Landes die silbernenund goldenen Gefäße, überhaupt sämtliche Schätze ausgeliefert werdensollten, nur ein Kelch könne jeder Kirche verbleiben. Auch PaterConfessor Henricus Louwerman wurde auf Befehl des Hofes nachCalcar zitiert und .nach strikter Untersuchung über Kelche undSilberschmuck gezwungen, alles dies mit Ausnahme eines Kelches,den er auf vieles Bitten zurückerhielt, der Schlüterei in Calcar zuüberweisen." 3 ) Ob es jedoch zu einer tatsächlichen Ablieferungder liturgischen Gefäße gekommen ist, scheint sehr fraglich zu sein.Man wird in Marienbaum ähnlich verfahren haben, wie an andernOrten. In Emmerich z. B. lieferte man nur einen Teil ab, währenddas übrige teils mit Kirchengeld teils mit milden Beiträgen vonPrivaten losgekauft wurde. 3 )
Mit dem Ausbruch des Spanisch-Niederländischen Krieges kamwie überhaupt für den Niederrhein so insbesondere für Marienbaumeine böse Zeit. Das Söldnerheer, das der Prinz von Oranien imJahre 1568 aus dem Jülichschen gegen die Spanier an die Maashatte führen lassen, wurde von diesen geschlagen und die Maasbesetzt. Ebensowenig wie die Geusen schonten auch die Spanierdas Gebiet des Clevischen Herzogs. Am 12. August 1568 fiel einverwildeter Haufen Soldaten über das Kloster in Marienbaum her,erbrachen die Klosterkirche und die an der Straße gelegene kleineKapelle, worin damals das Gnadenbild stand, und plünderten allesund jedes, auch die fünf kostbaren Edelsteine, die die StifterinMaria von Burgund geschenkt hatte. Dem Bilde selbt schlugen sieden Kopf ab und warfen die Stücke in die vorbeifließende Lei, woder Klosterhirte sie tags nachher fand. Auch das Tabernakelwurde erbrochen und die Monstranz nebst dem Ciborium geraubt.Wie den Religiösen zumute war, läßt sich leicht denken. DasBild wurde wieder hergestellt und bekam seinen alten Platz wie-der. 4 ) Als 1894 die alte Polychromie entfernt wurde, sah man deut-lich die Bruchstellen vom Jahre 1658.
') Vergl. Nettesheim, Geschichte von Geldern, Crefeld 1863, S. 239 ff.
a ) Legerboek fol. 88.
3 ) L. Henrichs, Zur Geschichte von Emmerich und Umgegend. Emmerich 1904,
S. 219.') Sotier a. a. O. 31—32.