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entgehen. In aller Eile wurden drei Wagen gepackt und vor dasKlostertor gefahren. In diesem Augenblick nahten unter Trommel-schlag holländische Soldaten unter dem Oberst von Schetter her-an. Nur ein Wagen entkam, die anderen fuhren ins Kloster zurück.Der Oberst schlug bei Marienbaum das Lager auf und nahm imGastzimmer des Klosters sein Quartier. Immer und immer dranger darauf, in die Nonnenklausur eingelassen zu werden. Zur Vor-sicht ließ deshalb Priorin Henrica Honzelaer die jüngeren Nonnenweltliche Kleider anziehen und durch einen zuverläßigen Knechtdurch den Klosterbusch nach Calcar bringen. So wie der Oberstdies erfuhr, ließ er die Küchentüre erbrechen und drang von hieraus in die Nonnenklausur ein. Diese flüchteten in die Infirmerie,worin eine Nonne in den letzten Zügen lag. Der Anblick entnüch-terte ihn, er wurde ruhiger und durchsuchte mit seiner Begleitungalle Zellen und Winkel des Klosters, ohne einen Schaden anzu-richten. Am 10. November brach er mit dem Lager auf und wachteselbst darüber, daß kein Soldat das Kloster betrat.
Die nach Calcar und Xanten geflüchteten Nonnen kehrten mitder Äbtissin heim und begannen wieder ihr geregeltes Leben. Abernur zu bald brachen neue Stürme herein. Am Sonntag Laetareoder Halbfasten 1583, wo viele Menschen diesseits und jenseits desRheins des vollkommenen Ablasses wegen nach Marienbaum ge-kommen waren, hatte sich der staatliche Oberst Stupper aus derGarnison Nymegen mit einer Soldateska heimlich im Klosterbuschverborgen, bis die Nacht angebrochen und im Kloster alles zurRuhe gegangen war. Gegen 10 Uhr verschaffte er sich mit seinenLeuten, die Stricke bei sich führten, um die Geistlichen aufzuknüpfenund die Nonnen zu vergewaltigen, durch das eiserne Gitter Eingangins Kloster. Zum Glück war der Klosterbruder Wilhelm Hütingnoch wach, zog die Schwesterschelle und, da an dieser das Seilzerriß, die größere Kirchenglocke. Stupper in der Meinung, das seiein Signal für die Spanier, stand von seinem Vorhaben ab und zogam andern Morgen, nachdem er mit seinen Soldaten im Klostergefrühstückt hatte, von dannen.
Immer näher nnd näher rückte der Krieg. Von Blyenbeck ausbei Afferden an der Maas brandschatzte Martin Schenk von Nydeg-gen das Land in weitem Umkreis. Mehrmals erschienen seineScharen während der Fastenzeit 1586 in Marienbaum und fordertenvom Kloster Speise und Trank. Am Vorabende vor Christi Him-melfahrt tauchten sie wieder auf und raubten im Kloster, was sienur konnten, selbst Pferde und Kühe. In dieser Bedrängnis sand-ten die Religiösen einen Eilboten an den Hof in Cleve. Allein dieRäte erklärten, der Hof selbst denke daran, sich in eine andereStadt zu begeben. Da machte sich die Äbtissin mit dem PriorTheodor Homberg und einigen Religiösen gegen Mitternacht nach