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Es läßt sich überhaupt nicht verkennen, daß die Stifterin wohlaus Sorge, sie möchte den Tag der Eröffnung des Klosters nicht er-leben, übereilt gehandelt hat. Das trat namentlich in der nur not-dürftigen Einrichtung und spärlichen Dotierung hervor. Für mehrals die neun von Marienwater begehrten Religiösen war nicht gesorgtund auch diese ließ die Fürstin täglich von Monterberg aus mitSpeise und Trank versehen. An eine strikte Befolgung der Regel,insbesondere der Klausur, war deshalb vorläufig nicht zu denken.Wird der Fürstin nachgerühmt, sie habe für jede Ordensperson jähr-lich, so lange sie lebte, 15 rhein. Gulden ausgeworfen, so bemerktdazu ein Chronist, es bleibe ungewiß, ob diese aus der Rechen-kammer oder bereits erworbenen Klostergütern geflossen seien. ')
Die Stifterin selbst erlebte es noch, daß am 23. August 1463 derin Marienbaum professte Pater JohannesBruns (Brunonis) pro salu-brioris vite incremento pacisque bono auf Schloß Monterberg vorNotar Wilhelm Pels aus Cleve und den Zeugen Hofmeister Walramv. Haeften und dem Leibarzt der Fürstin Dr. Gerard v. Retersbeke,sowie dem Wisseischen Kanonich Everhard Asch unter Zustim-mung seines seitherigen Oberen Bartholdus v. Delft und des an-wesenden Paters Jakobus Schoenberch, Profeß aus dem KlosterMarienkamp desselben Ordens, seinen Austritt aus Marienbaum er-klärte, um in Marienkamp zu Kampen einzutreten. 2 )
Am 30. Dezember 1485 und am 15. September 1486 traten ausdie professten Konventualen Antonius Brakel und Lambertus Costaus Rees, der erstere, um zu den Minoriten, der zweite, um zu denDeutschherren in Utrecht überzutreten. Bei beiden geschah diesunter Zustimmung des Bruders Arnoldus de Wassenach, Präsidentenin Marienbaum, und des dortigen Bruders Matthias Geel und mitErlaubnis des Weihbischofs von Cöln und der Prioren von der Kar-thaus in Cöln und Coblenz als Konvisitatoren vor den Notaren Ge-rardus Theoderici und Petrus Cost im Beisein der KonventualenBernardus Leerdammis und Henricus Vuldich. *)
Auf der anderen Seite traten verschiedene Religiösen aus an-deren Klöstern in Marienbaum ein, so um 1464 aus dem Prämon-stratenserinnen-Kloster Bedburg bei Cleve, das sich einer Refor-mation durch die Cievischen Herzoge zu entziehen verstand *), aufeinmal vier adelige Jungfern: van Gent, van Zoelen, Adriana v.Brackel und Roberta v. Beeck, die bei ihrem Austritt aus Bedburgeinige Kleinodien und anderes mit nach Marienbaum genommenhatten und dadurch eine Differenz zwischen beiden Konventen ver-anlaßten, die 1494 zu Gunsten Marienbaums entschieden wurde.
') Legerboek, f. 89.
2 ) Copialbuch f. 253,
') Ebendas. f. 2532-256,
<) Schölten, Das Prämonstr.-Kloster Bedburg. Cleve 1901, 20—23,