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Marienbaum als Wallfahrtsort und ehemaliges Birgittinnen-Doppelkloster
Entstehung
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Der Bedburger Propst Qeritv. Thie wurde angewiesen, der Kloster-schwester v. Brackel die ihr vorenthaltene Rente von 6 Gulden biszu deren Tod zu zahlen. ')

Die Stifterin mußte, wenn sie das Kloster erhalten und ihrerAbsicht nach erweitern wollte, alles aufbieten, um neue Einnahme-quellen zu verschaffen. Und dies hat sie redlich getan. Um für dasKloster zu sparen, beschränkte sie ihre Hofhaltung auf das not-wendigste und kleidete sich äußerst einfach. Oft sah man sie, sobetagt sie auch war, zu Fuß nach Marienbaum wallfahren, umdieMutter der Barmherzigkeit" zu begrüßen und ihr ihre Anliegen vor-zutragen. 2 ) Aus ihrem kostbarsten Kleid, man meint aus ihremBrauttabbart ließ sie einen Chormantel nebst Kasel und Dalmatikenmachen und verehrte dem Kloster neben vielen kirchlichen Gefäßenauch eine Reliquienkasette, so daß Pater Holstein der jedenfallsübertriebenen Meinung war, Marienbaum brauche in dieser Bezie-hung vor keiner Kirche in Cöln zurückzustehen. Hatte sie ihremSohne Johann I. das Kloster stets ans Herz gelegt, so gesteht dieseram 24. Juli 1463, daß er auf Bitten seiner Mutter eine Rente von 2Pfund Wachs aus Kapellengütern dem Kloster schenke, undda eszur Notdurft noch nicht berentet sei", möge es alle Güter und Ren-ten, auch die zukünftigen stets zum Unterhalt des Gottesdienstesgebrauchen. 3 ) Selbst in ihrem letzten (in oeren leisten) bat sieden Herzog, er möge doch seine Gunst und Fürsorge dem Klosterzuwenden,dat yd in gadsdynst ind guede regiment staen ind vort-ganck hebn mucht." ")

Bei diesem regen Eifer der Fürstin und dem Beispiel, womit sievoranging, - ist es nicht zu verwundern, daß die Wallfahrt nachMarienbaum gefördert, manche zum Eintritt ins Kloster angesporntund viele Vermächtnisse noch vor ihrem Tode gemacht wurden.

So trugen Eheleute Jan Schröder Jacobs Sohn u. Otta van Bergen,die bald darauf beide ins Kloster eintraten, am 1. Dezember 1461 vorMaria v. Burgund und den Schöffen in Vynen den Waldkamp (2 holl.Morgen) zwischen der Landwehr und dem Muirkamp, Leibgewinns-gut aus der Schlüterei Xanten mit Diensten und Zehnten beschwert,an das Kloster auf und bald darauf einen Teil des MarienbaumschenBruches an beiden Seiten der Lei, während der zweite Teil durchdieBrüder" Johann Jacobs und Lubbert Hagdorn am 23. Januar1462 für den Konvent erworben wurde, und der dritte Teil am 20.Januar 1469 von Evert von Kellen, Sohn vom Bürger Derich v.Kellen in Cleve, dem Kloster zufiel. 5 )

J ) Copialb. f. 43.

2 ) Rhay, Animae illustres p. 185 sq.

s ) Copialb., f. 4 2 Nr. 5.

4 ) Ebendas., f. 86 u. 87.

B ) Legerboek, f. 103. Vergl. auch Copialb. fol. 5 u. ff.