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Marienbaum als Wallfahrtsort und ehemaliges Birgittinnen-Doppelkloster
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oder der Schwedischen h. Birgitta befände. Der Hofkaplan Hess-sich die Statuten des Ordens geben, wohnte nachts den Metten beiund informierte sich über alles. Mit den besten Eindrücken verab-schiedete sich die Gesellschaft und trat den Heimweg an. Bolsverstand es, seiner Herrin das Klosterleben so warm zu schildern,,daß diese sich für den Birgittinen-Orden entschied. Ihr Sohn Her-zog Johann bestand jedoch darauf, daß sie selbst Koudewater inAugenschein nehmen und erst dann sich entschließen sollte. DieReise bestärkte die Mutter in ihrem Entschluß. Die zweite Sorge,wo sie das Kloster gründen sollte, wurde ihr nach der Kloster-chronik auf folgende Weise benommen. Im Verlauf des Jahres 1456erschienen eines Tages drei vornehme, nach flandrischer Art ge-kleidete Damen, von welchen eine besonders auffiel, am Schloßtorzu Monterberg! Der Hofdiener meldete den Besuch seiner Herrin,welche die Damen zu sich beschied. Diese entschuldigten sich undließen die Fürstin bitten, ihnen einige Hofdamen mit auf den Wegzu geben, da sie von einer hohen Person gesandt seien, der Fürstinden Platz anzuweisen, wo sie das Kloster bauen sollte. Späterwollten sie Stand und Herkunft mitteilen. Die hocherfreute Fürstinernannte ihre Hofdamen von Haften, von Kemenade und vonBoetzelaer (cuius nunc, fügt Holstein bei, progenies in miseramdegeneravit haeresim) zu Begleiterinnen und ließ die Wagen vor-fahren. Man fuhr an op ge'n Born vorbei auf Xanten zu. An derKapelle an gen Trappenboom angelangt, stiegen die Damen aus undverrichteten ihre Andacht. Dies, so erklärten alsdann die drei un-!bekannten Damen, sei der Ort, wo die seligste Jungfrau das Klostergebaut wissen wollte, und zwar ein Kloster S. Salvatoris, rechtsfür Mönche, links für Schwestern. Darauf gingen sie um den Hoch-altar herum, wie wenn sie hätten opfern wollen, und verschwandenplötzlich an der Epistelseite. Darüber gerieten die drei Hoffräuleinaußer sich und wußten sich nicht zu fassen. Sofort erkannte dieFürstin bei ihrer Heimkehr, daß ihnen etwas außergewöhnliches be-gegnet sein müßte. Sie wurde aber, als sie den Hergang vernom-men, aufs tiefste gerührt und vergoß Tränen der Freude und desDankes. Sofort wurde der Hergang an den Hof nach Cleve berich-tet und 1467 auf Veranlassung der Äbtissin Huberta van Lishout inGegenwart der Klosterschwestern Johanna van Gent, Sibylla Hellingund Mechtildis van der Hüps nach dem Diktat der Augenzeugin vonButzelaer zu Papier gebracht und bis zur Suppression des Klosterssorgfältig aufbewahrt. ') Nachdem auf diese Weise die Bedenkender Fürstin beseitigt waren, begab sie sich alsbald an die Ausfüh-rung ihres Vorhabens. Merkwürdig bleibt eine Äußerung des Hof-kaplans Bols, die uns Dechant Arnold Heymerich von Xantenirgendwo in seinen Sophiologicis aufbewahrt hat. 2 ) Eines Tages,

) Abgedruckt bei v. Gherwen, S. 41 u. 42.

2 ) Vergl. Theod. Rhay S. J., Animae illustres. Neoburgi ad Oanubium 1663, pag. 183.