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so erzählt er, habe die Fürstin den Kaplan, den sie wegen seinerTugend und Frömmigkeit hochschätzte, über Tisch gefragt, wie ihmihre Stiftung gefiele und ob sie seinen Wünschen entspräche. „OhneZweifel, habe der Kaplan geantwortet, wird dieses Kloster Gott mehrgefallen als das von ihrem Herrn und Gemahl hochseligen Anden-kens für die Karthäuser Einsiedler gestiftete, habe doch Gott selbstdem Adam im Paradiese eine Eva zugesellt." „Pfui! habe dieFürstin geantwortet, Du willst die ersten Übertreter des göttlichenGebotes mit Personen vergleichen, die aus Liebe zu Gott fromm u.rein leben werden?" Bols habe entgegnet, ein solches Zusammen-leben würde vor dem Paradiese wohl keinen Vorzug haben.
Durch diese und ähnliche spöttische Bemerkungen ließ sich dieFürstin in ihrem Vorhaben nicht beirren. Ihre erste Sorge war viel-mehr, unmittelbar bei der Kapelle an gen Trappenbaum ein abge-rundetes Terrain für den Bau des Doppelklosters zu gewinnen. Diebeiden Rektoren an der Kapelle hatten dafür, ohne es zu wissen,vorgearbeitet. So hatte Bruder Hermann am 7. Oktober 1441 zweiholl. Morgen Land an der Lei in Labbeckerbruch, die zum soge-nannten Draell gehörten, erworben 1 ), am 3. Februar 1442 von Ehe-leuten Evert und Alit v. Wewerden 5»/s Malter Saatland mit einemBruch an der Bruchemschen Stege nach Leibgewinnsrecht bekom-men und an demselben Tag ein anderes Leibgewinnsgut „den Lei-camp" neben dem Moeren- und unserer Liebfrauenbruch unter Vor-behalt einer kleinen Leibrente zum Geschenk erhalten. 3 ) 1451 konnteRektor Bols eine Hofstätte für jährlich 4 l /t rhein. Gulden zu zweiHänden vergeben. 8 ) Die Fürstin selbst vermehrte den Besitz ander Kapelle durch Ankauf von Katen auf etwa neun holl. Morgen.Zu diesen gehörten das Spierbruch und Spierkämpchen, der Leu-kamp, so genannt von dem ihm gegenüberliegenden Hause de Leu,und der Muirkamp. 4 )
Die Fürstin ließ den Klosterbau ausschreiben und die Bauleuteanwerben. Ob mit der Erweiterung der Kapelle oder mit demKlosterbau selbst begonnen wurde, muß dahin gestellt bleiben.Den ersten Stein zum Bau ließ die Stifterin in ihrer Besorgnis, dasClevische Herrscherhaus für ihre Stiftung warm zu halten, durchihren Enkel, den späteren Herzog Johann IL, obwohl er noch einkleines Kind war und „im Rock ging" legen. Nach Holstein (p 29 2 )wäre er damals fünf Jahre alt gewesen. Er tat sich später nichtwenig zu gute darauf.
An die ursprüngliche spätgothische Kapelle von 16,70 m Längeund 7,50 m Breite wurde nach Westen ein niedriger gehaltenes
») Copialbuch f. 140.2 ) Ebendas. f. 7 n. 9.i) Ebendas. f. 5.4 ) Legerboek f. 44-46.