Druckschrift 
Die Strassburger Tucher- und Weberzunft : Urkunden und Darstellung ; nebst Regesten und Glossar ; ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Weberei und des deutschen Gewerberechts vom XIII. - XVII. Jahrhundert
Entstehung
Seite
586
Einzelbild herunterladen
 

586

H.

halm (sattent ez in öeh mit dem halmen) derHalm wurde bei den Franken, Bayern undAlemannen rechtssymbolisch verwendet, umdurch Ueberreichung desselben eine feier-liche Uebergabe von einem verschenkten,verkauften oder verpfändeten Gute anzu-zeigen.

hantquehel Waschtuch für die Hand, Handtuch.

hauptkanne, höbetkanne Wirth des Zunfchauses.

heiden 344, Z. 12 v. u.

heidensch (werek) gestickt, mit Blumen geicirkt.

heilende der äussere Streifen, der auf beidenSeiten eines Tuchstückes hinläuft und durchArt und Farbe die Qualität bezeichnensoll.

helbeline Münzstilck im halben Werthe des je-weiligen Pfennigs.. hellen übereinstimmen, dazu stimmen.

liefen Hafen, Topf.

hevolin ein kleiner Hof.

hohel siehe Druckfehlerverzeichniss.

hoilwert 34, Z. 5 v u., ohne Zweifel ein Hohl-mass.

hunskutt eine Art Tuch aus Seide, Leinen undWolle.

husore Häusehre, die sich zeigt in Freigebigkeit,Gastlichkeit; Hauswesen, Haushaltung.

hübel Deminutiv von Haube, Sturmhaube.

I und J.

jaracht die Muthzeit, d. h. die Zeit, ivelchc derGeselle an dem Ort, an dem er Meisterwerden will, als Geselle gearbeitet habenmuss.

imbs Imbiss.

ioch 1. und auch, nebst, noch, weder, noch, 2. so-gar, 3. fürwahr.

C und K.

camolot Stoff, der ursprünglich aus Kameelhaarengemacht wurde, kommt in Frankreich im13. Jahrhundert in der Form camelin, im15. und 16. in der von camelot vor. Späterein geringer Stoff aus Haaren oder Wolleüberhaupt. Siehe kemel.

kämter, kemter 242, Z. 16 v. o. ohne Zweifelgekämmte Wolle-

karte sowohl die Kartendistel, und die eiserneKarte, mit welcher das zu scherende Tuchgerauht, d. h. die Wollfäden zum Tuch-scheren aufgekratzt und in gleiche Rich-tung gebracht wurden, als das Instrumentzum Krämpeln der Wolle.

karter derjenige, welche)' die Barchente kartet,d. h. schert, mangt u. s. w. Theils gabensich damit die Tuchscherer ab, theils be-

stand, besonders an Orten mit grosser Bar-chentindustrie wie Augsburg, ein ganz be-sonderes Handwerk, das um Lohn für dieWeber arbeitete.

kartwoll die beim Karten der Barchente abfallendeBaumwolle, die nicht zu kaufmannsguterWaare verwendet werden durfte.

kellerin Hausmagd.

kemell Kameel.

kemlin, kembelintuch auch kemell ursprünglichbedeutete das Wort einen Stoff aus Kameel-haaren , später einen geringen Stoff ausThier- oder Wollhaaren überhaupt. Da-neben aber wurde es, wie mir scheint, imAnklang an das Wort kempeln kämmen,für einen Stoff aus gekämmter Wolle ge-braucht. Siehe oben S. 425.

kensterlin Schrank, Küsten in der Wand.

keren ersetzen, vergüten.

korung Wiedererstattung, Schadenersatz.

kiesen wählen.

kirsot von surcotus, surcotium eine Tuchart.

klenken klingen machen, leuien.

kleren, eieren, klerung bruchen eine Art denBarchent zu färben.

klittern klecksen, besonders eilig und schlechtschreiben.

köllisch, cölscli eine Zeugart, Barchentart, ge-wöhnlich mit blauen Streifen, zu Bettziechenbestimmt.

kotze grobes zottiges Wollenzeug, Decke oder Kleid.

krenkiste geringste

kruse Krug, irdenes Trinkgefäss.

kugelhut Kapuze, Mütze.

kummersehaft entweder von commerce oder vonkaufmannschaff, kaumeschaff Handel.

küssin tuoch Tuch zu Kissen, Kopfkissen-

kuttinieren, kottenieren das Barchenttuch narbicht,gekräuselt, geträubelt ma hen, schmilzen,mit einer Farbe oder Flüssigkeit anstreichen,beflecken; die Thätigkeit erscheint meistals Geschäft der Tuchscherer.

lander Stangenzaun, Tuchrahmen.

legegelt Kellerakzis, Lagergeld.

lemberin vom Lamme ; lemberin tuch aus Lamm-ivolle verfertigtes Tuch.

leider soviel als heilende.

letze Schulzwehr, Befestigung, Wachtposten.

leycken leugnen.

lezen verletzen, verhindern.

liehe Leiche.

lieplicho freundlich, friedlich.

lipgedinge ein auf Lebenszeit zur Nutzniessuiigausbedungenes und übertragenes Gut, Leib-rente, sowie der Vertrag darüber.

lipgefil Leichenbegängniss.