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Die Strassburger Tucher- und Weberzunft : Urkunden und Darstellung ; nebst Regesten und Glossar ; ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Weberei und des deutschen Gewerberechts vom XIII. - XVII. Jahrhundert
Entstehung
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VORREDE.

Den äusseren Anstoss zu der Veröffentlichung der folgenden Urkundensammlungund der daran sich knüpfenden Darstellung haben die Hebungen des staatswissenschaft-lichen Seminars an der hiesigen Universität gegeben. Ich behandelte in demselbenwährend der Jahre 1873 — 74 das ältere deutsche Zunftwesen und empfand es als einegrosse empfindliche Lücke, dass ich nicht im Stande war, den Studirenden auf Grundder bis jetzt veröffentlichten Quellen für irgend eine Zunft eine grössere zusammen-hängende und erschöpfende Reihe von Urkunden vorzulegen. Und doch nur auf Grundeiner solchen ist es möglich, die Epochen des Zunftwesens genau zu unterscheiden, densukzessiven Fortschritt desselben in formaler und materieller Beziehung genau festzu-stellen, das "Wesen der Zunftautonomie, die Einwirkung der städtischen oder staatlichenGewalt, die Rückwirkung der anderweiten sittlichen und rechtlichen Zeitelemente, derTechnik und Arbeitstheilung auf das Gewerbe und das Gewerberecht exakt und imEinzelnen wissenschaftlich festzustellen. Da ich ohnedies damals das hiesige Stadtarchivnach verwaltungsrechtlichen und volkswirthschaftlichen Urkunden und Materialien fürmeine beiden Rektoratsreden (Strassburgs Blüte und die volkswirthschaftliche Revo-lution des 13. Jahrhunderts; Strassburg zur Zeit der Zunftkämpfe; beide Strassburg beiK. J. Trübner, 1875) durchsuchte, so begann ich zugleich eine Reihe der mir für solcheZwecke dienlich scheinenden Zunfturkunden, die mir in die Hände fielen, abzuschreibenund veranlasste bald auch verschiedene Studirende, besonders Theilnohmer des staats-wissenschaftlichen Seminars dasselbe theils' als Uebung, theils gegen Entschädigungzu thun.

Ich hatte dabei mein Augenmerk zuerst auf mehrere der wichtigeren Zünftezugleich gerichtet, beschränkte mich aber bald auf die Tucher- und Weberzunft. DieGründe hiefür waren theils allgemein wissenschaftlicher Natur, theils lagen sie in demBestände des hiesigen Stadtarchivs. Soweit die deutschen und auswärtigen Quellen-