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liste aucli gar nicht die Gesammtheit der Knechte umfassen, sondern nur die selbst-ständigen "Wollschläger, worauf der Zusatz deutet: die* kein duch machen sollen. Alleunsere Verzeichnisse sind übrigens ja wegen der zahlreichen fehlenden Blätter desOriginals nur Minimalschätzungen.
Für den Wohlstand der Zunft spricht dann der Umstand, dass sie stets unterden Zünften war, die neben den Konstofeln eine Anzahl Pferde für den Dienst derStadt zu stellen hatte: im Jahre 1432 sind es 11, in dem andern Verzeichniss des Tucher-buches 1572. Zur Stellung eines solchen konnte aber nach dem Gesetze von 1360 lnur ausnahmsweise der verpflichtet werden, der ohne Hausrath 6—800 Pfund besass;in der Regel war ein Vermögen von wenigstens 1000 Pfund also 20000 sh. oder2000 dam. Gulden nöthig. Das sind für jene Tage bedeutende Summen. Nach einer Notizüber eine Vermögenssteuer in Basel gab es 1402 daselbst überhaupt nur 12 reiche Leute,meist Kaufleute, die über 10000 Gulden und mehr Vermögen hatten, dreissig, meistRitter und Patrizier, deren Vermögen zwischen 5000—10000 Gulden, und 93 Bürger,deren Vermögen etwa zwischen 1000 und 5000 Gulden gelegen haben muss. Nochgegen 1500 schätzte man das Einkommen eines mittleren Bürgers zu 40 Gulden;2000 Gulden waren also ein Vermögen, von dem bei 5% Rente eine Familie bereitsleben konnte.
Nehmen wir dazu, dass die Tucherzunft in dieser ganzen Epoche die vierteStelle unter allen Zünften einnimmt, dass sie einen der ersten zünftlerischen Ammeisterlieferte, nämlich 1354 Johann Heilmann, dass sie von 1349—1432 siebenmal, stets ausMitgliedern der Familie Heiiniann den Ammeisterstuhl besetzte, hierin nur von Zünftender Schiffleute, Krämer und Metzger übertroffen, die ihr auch im Rath vorgingen,von denen jede in dieser Zeit 10 oder 11 Ammeister stellte, während die anderen Zünftenur je ein oder ein paar Mal zu dieser Ehre gelangten, 2 — so werden wir nicht zweifeln,dass die Strassburger Tuchindustrie, obwohl technisch nicht so entwickelt, wie dieniederrheinische, im 14. Jahrhundert sehr grosse Fortschritte gemacht hatte, dass sieeine verhältnissmässig grosse Zahl wohlhabender tüchtiger Bürger umfasste und für denWohlstand der Stadt ein höchst bedeutungsvolles Element war.
1 Mone a. a. O. 15, 51.
2 Pastorius, Abhandlung von den Ammeiatern (1761)
Strasüb Tuch, u Web. Zunft, 55