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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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AUDIN UND PERRENS

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terung, die, der eine in Frankreich, der andere in Italien, dasLeben des Frate zum Gegenstande eingehender Darstellungenmachten — Perrens und Villari.

In Frankreich hatte M.Audin 1844 in seiner „Geschichte LeosX."in warmen Worten das Hohelied des Frate gesungen. In der gan-zen Geschichte, behauptete er 77 , gibt es keine geheimnisvollereFrage. Savonarola hat wahre Leidenschaften entflammt. Niemalshat ein Mönch in den Augen der Welt bewunderungswürdigereTugenden besessen, niemals ein Prediger so viele Tränen erpreßt,niemals ein Märtyrer inmitten der Flammen strahlendere Züge ge-zeigt. Alles war wunderbar in der Geschichte dieses Mannes, derals vollendeter Heiliger zu verehren wäre, hätte der Staatsmannin ihm nicht zu oft den Prediger verdrängt; seine Beschäftigungmit der Politik, sein Ungehorsam und seine Teilnahme an derHinrichtung der fünf Verschworenen waren die Hauptfehler, diesein Andenken verdunkeln. So war das Erdreich in Frankreichaufs beste vorbereitet, als F. T. Perrens 1853 auf Grund seiner inItalien bzw. Florenz angestellten, von Gelehrten wie Gino Capponi,M. Paravia und V. Marchese unterstützten Forschungen ein zwei-bändiges Werk herausgab 78 , das ihm mannigfache Ehren und Aus-zeichnungen eintrug, die sein wissenschaftliches Verdienst weitüberragten. Er selbst freilich war weit entfernt, seine Leistungzu unterschätzen. Vor ihm, meinte er, habe über dem LebenSavonarolas die größte Unsicherheit geruht; die Chronologie seiverworren, die wichtigsten Ereignisse entstellt, seine ganze Ge-schichte mit unglaublichen Legenden durchsetzt gewesen, wes-halb es ihm geboten schien, ein Leben zu schreiben, darin jedesEreignis am richtigen Orte stünde, der Bürger des irdischen eben-so wie der des himmlischen Vaterlandes zu seinem Rechte kämeund der Versuch unternommen würde, unter der Legende diewahre Geschichte, im Halbgotte den Menschen zu entdecken.Perrens wähnte der erste gewesen zu sein, der die Predigten undSchriften des Frate durchforschte; davon, daß Meier dies längstvor ihm getan, wußte er nichts. Für die Schriften der Piagnonenhatte er nur Geringschätzung. Von Pico urteilte er, die Quellen-auszüge und Anmerkungen, mit welchen Quetif sein Leben aus-stattete, seien hundertmal wertvoller als dieses Leben selbst, dasob seines legendären Gehalts nur mit äußerstem Mißtrauen zu be-nützen sei. Höher stellte er Burlamacchi, war aber auch über