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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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MARTIN LUTHER UND URBAN RHEGIUS

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Vorrede 24 als heiligen Mann, seine Auslegung als heilige Betrach-tung, die er dem Leser vorlege, um ihm an diesem Beispiele darzu-tun, was für Leute der greuliche Stuhl der Verderbnis umzubrin-gen pflege. Denn, fuhr er fort, eine Schlange aus der Zahl jener,die sich des Namens des heiligen Franz rühmen, brachte diesenMann um, ohne alle Schuld, wie es heißt, lediglich um seiner Pre-digt willen, die römische Giftgrube müsse ausgeräumt werden.Zwar hoffte der Antichrist das Gedächtnis eines solchen Mannesauslöschen und dem Fluche weihen zu können. Aber siehe da,er lebt und sein Andenken ist im Segen, mögen gleich Papst undPapisten darüber zerbersten und die Papstmutter mit ihnen. Wohlhing die Befleckung menschlicher Lehre zu Zeiten auch den FüßenSavonarolas an, wie sich denn dazumal niemand vollkommen vonihr rein zu erhalten vermochte. Immerhin gab er jedoch ein Bei-spiel evangelischer und christlicher Lehre, da er nicht von seineneigenen Werken, Gelübden, Satzungen oder Messen, sondernallein von Gottes Barmherzigkeit sein Heil erwartete.

Den Bewunderern Savonarolas gesellte sich der lutherischeDomprediger Urbanus Rhegius von Augsburg bei, der hier am19. September 1524 eine dem Ratsherrn Hugo Zolner 25 gewidmetedeutsche Übersetzung der Auslegung des 50. Psalmes mit demTitel herausgab: „Ain überauß Schön über alle Schöne Außlegungdes lieblichenn Psalmenn Miserere mei Deus, durch den allerbe-wertesten (mit seinem Blut) Hieronimum Savonarolam Ferrarien-sem, do er gefangen was inn aynem grewlichenn Kerker inn demFlorenntiner Sal. Widerumb zu ernewerunng inn truck gefürdertdurch den Hochgelerten Doktor Urbanum Regium, AnnoMDXXIIII." „Ich habe neulich", bekennt Rhegius in der Widmung,„eine künstliche Auslegung Savonarolas über den Bußpsalm Mise-rere gelesen und daraus ersehen, wie Gott zu aller Zeit inmittender Finsternis des Unglaubens ein Fünkchen des rechten Feuerserhalten hat, denn dieser Hieronymus lebte zu einer Zeit, da Men-schensatzungen das Licht heller Lehre nahezu ganz verfinsterthatten, tat aber dennoch von Glaube, Liebe, Hoffnung und rechterErkenntnis Gottes durch Christus so viel Meldung, daß zu erken-nen ist, er habe sich viel mehr biblischer Schrift als menschlicherLehre beflissen." Ebenfalls zu Augsburg erschien 1542 eine neueÜbersetzung mit dem Titel: „Der LI. Psalm Davids Miserere meiDeus, durch den christlichen Bruder Hieronymum Savonarolam