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DIE LEBENSBESCHREIBUNGEN
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vom Hörensagen berichten. Seine Darstellung steht daher hinterder Pacificos entschieden zurück, mit welcher er sich an Reichtumder Mitteilungen so wenig messen kann, daß er sich gerade fürdie letzte und wichtigste Zeit des Propheten zu ausgiebigen An-lehen gezwungen sieht 86 . Allerdings nimmt nun auch B für ge-wisse Äußerungen des Frate und Einzelheiten seiner Jugend aufP Bezug. Ob sich aber schon Burlamacchi selbst auf ihn berief,erscheint höchst fraglich. Denn Burlamacchi erklärt ausdrück-lich, er greife zur Feder, auf daß das Andenken des Frate nichtin Vergessenheit gerate, was voraussetzt, daß er noch keine Be-schreibung seines Lebens kannte. Erst später, als P bekannt wurde,entnahm man ihm einige Angaben für B, so daß sich nunmehreine gegenseitige Benutzung und Abhängigkeit ergab. Auch da-durch läßt sich der Quellenwert Burlamacchis nicht herabsetzen,daß man mit Ranke bei ihm eine größere Wundersucht als beiPico voraussetzt. Gerade der Schriftsteller, den Ranke als Richt-maß geschichtlicher Treue hinstellt, Bartholomäus Cerretani, be-zeichnet den Grafen als einen abergläubischen Menschen 87 . InWirklichkeit nehmen jedoch Pacificus und Johann Franz dieselbegrundsätzliche Haltung zu den Wundern ein, für welche freilichRanke wenig Verständnis bekundet. Wie für die Väter der alt-christlichen Zeit, für die gesamte mittelalterliche Theologie, über-haupt für die kirchliche Lehre aller Jahrhunderte bis herab aufdie Modernistenerlasse Pius X., so sind auch für Pico Wunder dersicherste Beweis christlichen Glaubens und heiligen Lebens. Ineiner seiner Schriften, worin er sich mit der Beweiskraft derWunder beschäftigt, ruft er aus 88 : „Wer möchte die Wunder zuleugnen wagen? Man müßte ja doch geradezu verrückt sein, wennman etwas bestreiten wollte, was sogar Mohammedaner und Hei-den zugeben. Die ganze Kirchengeschichte ist voller Wunder, na-mentlich werden solche einem heiligen Bernhard, Gregor, Martin,Franz, Dominikus und unzähligen anderen Heiligen zugeschrie-ben. Aber auch heutzutage noch ereignen sich Wunder, denn eswerden Dämonen ausgetrieben, wie auch um der Verdienste derHeiligen willen durch Gottes Kraft Wunder geschehen. Ich selbstsprach mit vielen glaubwürdigen Leuten, welche am eigenen Leibewahre Wunder erlebten und diese eidlich bekräftigten, und auchich kann mit bestem Gewissen versichern, Wunder gesehen underlebt zu haben — war ich doch Zeuge des Januariuswunders von