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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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PLAGIDUS CINOZZI

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Mit Filipepi teilte Bruder Placidus Cinozzi das Geschick, daßdie Denkwürdigkeiten, die er über den Frate hinterließ, erst inunserer Zeit nach langer Verschollenheit wieder ans Tageslichtdrangen. Die Cinozzi wetteiferten mit den Benivieni in Anhäng-lichkeit an den Frate. Dieser selbst führt unter den Bürgern,deren er sich als Mittelspersonen am häufigsten bediente, einenuns nicht näher bekannten Peter Cinozzi an 63 ; wir wissen vonihm nur, daß sein einziger Sohn Simon Mönch in S. Marco war,ebenso die Söhne seines Bruders Angelo Cinozzi namens Placidusund Bartholomäus, von welchen letzterer im Oktober 1498 anAbzehrung starb 64 . Der Arzt Hieronymus Cinozzi beschwerte sich,wie wir uns erinnern, beim General der Vallombrosaner über diegehässigen Angriffe des Einsiedlers Angelo auf den Propheten.Placidus, in der Welt Lorenz, war 1496 in S. Marco eingetretenund hatte im Juli 1497 seine Gelübde abgelegt, also nur mehr diezwei letzten Jahre des Frate an seiner Seite verlebt. Gleichwohlzählte er zu seinen ältesten Freunden; hatte er doch schon dennoch schwachen Predigtversuchen angewohnt, die Hieronymusbei seiner ersten florentinischen Anwesenheit hielt, und die Vor-lesungen gehört, mit welchen er die Herzen der Schüler schondamals im Sturm eroberte. Nach dem Tode des Frate richteteer an Jakob von Sizilien, seinen Nachfolger im Generalvikariatder Kongregation von S. Marco, ein ausführliches Schreiben 65 ,worin er sein Leben und Wirken in leuchtenden Farben schilderte,seine strenge Armut, seinen musterhaften Gehorsam, seine engel-hafte Reinheit, die herrlichen Früchte seiner Predigt, die wunder-bare Bekehrung der Kinder, die Trennung von der Lombardei,den Streit mit Lorenzo de' Medici und den Besuch, den er diesemvor seinem Tode in Careggi abstattete, die Feindseligkeiten Ma-rianus von Gennazano und des Prokurators Franz Mei. Wieder-holt hebt er hervor, daß er aus eigenen Mitteilungen des Frateschöpfe und bei verschiedenen Anlässen an seiner Seite weilte.Daneben nennt er mehrmals den treuen Dominikus Benivieni alsseinen Gewährsmann, wie nicht minder seinen KlostergenossenBartholomäus von Faenza. Offensichtlich ist es ihm ganz beson-ders darum zu tun, den Frate als gottgesandten Propheten zu er-weisen. Er wird nicht müde, seine bei den verschiedensten Ge-legenheiten gemachten Weissagungen und ihre Erfüllung zu ver-zeichnen, wogegen sein großer Kampf um die Kirchenreform für