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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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GUICCIARDINI, NARDI UND LANDUCCI

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kirche durchaus entsprechen 28 ". Über das Ärgernis des falschenProzesses kommt Cerretani jedoch auch hier nicht hinweg.

So berührt sich Cerretani mit einem Geschichtschreiber, demer auch sonst nahesteht, mit dem berühmten Staatsmanne FranzGuicciardini (14821540). Sohn eines so weisen und recht-schaffenen Mannes, wie Peter Guicciardini, der dem Frate auf-richtig ergeben war und sich häufig mit ihm besprach 29 , hatteFranz in seiner Jugend ohne Zweifel der Kinderschar angehört,die in eigenen Bänken der Predigt des Frate lauschte und anseinen Prozessionen teilnahm. Diese Erlebnisse sowie die furcht-baren Ereignisse seines Unterganges hafteten unauslöschlich inseiner Seele. Als er 15081509, ein junger Mann von 26 Jahren,sein Erstlingswerk, die florentinische Geschichte 30 , ausarbeitete,stand die ernste Gestalt des Propheten noch immer lebhaft vorseinen Augen, noch immer donnerte seine erschütternde Stimmein seinen Ohren, noch immer hielt er das Herz des ehemaligenJüngers im Banne, der dem hingeschiedenen Meister in seinerJugendschrift ein unvergängliches Denkmal tiefster Verehrungsetzte, so wenig er gleich Cerretani über das Ärgernis der ver-meintlichen Geständnisse hinwegkam. Gleichwohl ist seine Dar-'Stellung durchaus zuverlässig und hält der strengsten Prüfungstand 31 . Ohne Zweifel huldigte auch sein Vater Peter der inFlorenz so weit verbreiteten löblichen Sitte, eine Hauschronik zuführen, die dann vermutlich dem Sohne bei Abfassung seinerflorentinischen Geschichte kostbare Dienste leistete. Dagegen istdie den Frate berührende Erzählung seinerGeschichte Italiens 32 "merklich kühler und gedämpfter eine Erscheinung, die sichaus der späteren kirchenpolitischen Stellung des Verfassers un-schwer erklärt. Ein Mann wie er, der in seinen reiferen Jahrenim Solde der Medici und des Heiligen Stuhles die wichtigstenStellen bekleidete, mußte sich begreiflicherweise Zurückhaltungim Lobe eines Mönches auferlegen, der einst den Medici und demrömischen Hofe so kühn entgegengetreten war.

Den Standpunkt der florentinischen Geschichte Guicciardinisteilt ein bedeutender Historiker derselben Zeit, Jakob Nardi"(14761562), sonst keineswegs ein Parteigänger seines Lands-mannes. Als das Kind frommer Eltern geboren, die außer ihmnoch drei Söhne und zwei Töchter hatten, von welchen ein SohnVallombrosaner Mönch, die beiden Mädchen Nonnen im bekann-

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58 Schnitzer, Savonarola