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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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DIE ZEITGENÖSSISCHEN QUELLEN

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Selbstzeugnisse, sind diese Aussagen doch durchaus vertrauens-würdig. Denn der Prediger durfte sich am wenigsten hier eineBlöße geben. Er konnte in seinen Angaben von Freund und Feindzu rasch und leicht überwacht werden, als daß er sich nicht schonaus Gründen der Klugheit vor wissentlich falschen Mitteilungenängstlich hätte in acht nehmen sollen.Niemals", beteuerte er 1 ,habe ich eine Lüge gesprochen. O wenn mich diese Lauen auchnur ein einzigesmal auf einer Lüge ertappt hätten, wie wir sie inihren Briefen und Fabeln, was meinst du wohl, daß sie getanhätten?" Obschon durch die äußeren Umstände bedingt und ver-anlaßt, dürfen seine Predigten bei der bewunderungswürdigeninneren Festigkeit und Geschlossenheit seiner in Gottes Wort undder Kirchenlehre unerschütterlich verankerten und daher überalle Zweifel und Anfechtungen wie über allen Wandel erhabenenreligiösen Überzeugung stets als der zuverlässige Ausdruck seinerganzen Persönlichkeit gelten. Sie behaupten somit ihre Beweis-kraft nicht etwa nur für einige Wochen vor oder nach ihrem Vor-trage, sondern für die ganze Zeit seiner Wirksamkeit, ohne daßzwischen den Predigten seiner früheren oder späteren Zeit eingrundsätzlicher Unterschied waltete. Die Predigten bilden dem-nach geradezu die Hauptquelle der Geschichte des Frate; sieliefern den Schlüssel zum richtigen Verständnisse des Mannes undseines Werkes. Wer sie nicht kennt, kennt weder den einen nochdas andere und kann auf ein zuständiges Urteil in einschlägigenFragen keinen Anspruch erheben. Ähnlich verhält es sich mitseinen Schriften, besonders mit jenen, die nur als weitere Aus-führungen oder Begründungen einzelner, in den Predigten bereitsbehandelter Gegenstände anzusehen sind, wieDer Abriß derOffenbarungen", das BuchVon der Wahrheit der Prophetie"undVon der Einfalt des christlichen Lebens." Daß ebensoseinen Briefen hervorragender Quellenwert eignet, braucht nichteigens betont zu werden. Leider sind sie noch nicht gesammelt;nur die Schreiben erbaulichen Inhalts wurden dankenswerter-weise von seinem Ordensgenossen Jakob QuetiP (16181698) zu-sammengestellt und veröffentlicht 3 . Es bildet kein Ruhmesblattin der Geschichte des Dominikanerordens, daß es, obwohl schonRazzi* wie ein P. Paul 5 und Castiglione eine Herausgabeder sämtlichen Werke des Frate betrieben, zu einer solchen bisheute nicht kam; noch Cesare Guasti trug sich mit einem der-