DIE WERKE DES FRATE UND IHR SEGEN
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sie mit Erlaubnis des römischen Stuhles herauszugeben, dieleichter zu erlangen wäre, als man meint, wenn unsere Oberendie Sache rührig betrieben und etwaigen Schwierigkeiten stand-hielten, denn so wären die Erfolge allgemeiner und die Buch-händler zuversichtlicher. Der Kardinal von Alexandria 73 schenkteder Sache Savonarolas bereits seine Aufmerksamkeit und be-gehrte nicht bloß sein Leben, das Pico schrieb, sondern auch alleseine Werke und alle Verteidigungsschriften zu seinen Gunsten.Auf sein Ersuchen verschaffte ich ihm bereits einen Teil, denanderen besorge ich noch, und ich bin sicher, wenn er erst ein-mal etwas von ihm zu lesen beginnt, so wird er gleich allen an-deren von ihm eingenommen sein. Seine Hilfe würde mir zurErreichung meiner Absicht genügen, denn er ist gegenwärtig Or-densprotektor, und es wäre ihm ein leichtes, den Frate von sol-chem Schimpfe zu reinigen. Im Vertrauen gesagt, wenn diePiagnonen zu seinen Gunsten nur so viel Kreuzer aufgewandthätten, wie die Arrabbiati Skudi zu seinem Verderben, so wäreer längst heilig gesprochen. Aber die Söhne dieser Welt sindklüger als die Söhne des Lichtes" (Luk. 16, 8). Der Kardinalverwandte sich denn auch beim Papste dafür, daß die auf dieSäuberung der Werke Savonarolas bezüglichen Schriftstücke desTrienter Konzils, die in der Engelsburg sowie im Archiv der rö-mischen Inquisition aufbewahrt wurden, hervorgesucht werdendurften, um endlich zu der von vielen so heiß ersehnten und fürdie Öffentlichkeit so heilsamen und ersprießlichen Drucklegungschreiten zu können 71 . In derselben Angelegenheit bemühte sichauch der Kardinal Este 75 , der Veröffentlichung schien nichtsmehr im Wege zu stehen. Gleichwohl kam es weder zu einerTilgung Savonarolas aus dem Verzeichnisse der verbotenen Schrif-ten noch zu der längst geplanten Neuausgabe seiner Werke, ob-schon es an den erforderlichen Geldmitteln nicht gefehlt hätte 76 .Und doch war der außerordentliche Segen, welchen die Werkedes Frate gerade im 16. Jahrhundert stifteten, unverkennbar.Überall, wohin sie drangen, weckten, vertieften und läuterten siedie Reformsehnsucht und trugen ungemein zur Verbreitung undStärkung jener kirchlichen Strömung bei, die endlich nach lan-gen, allzu langen Verzögerungen zu einer Erneuerung des kirch-lichen Geistes im Trienter Konzil führte. Sicher war es kein Zu-fall, daß gerade die Schriften des Frate, die den Reformgedanken