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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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DIE VEREHRUNG DES TOTEN

gemäß solche auch schon bei Lebzeiten gewirkt haben; so schriebman ihm die Heilung Karl Pittis sowie eines Sohnes P. A. Sode-rinis zu, wie man auch die Rettung der Kinder beim Einstürzeder für sie bestimmten Bänke im Dome und die Erfüllung man-cher von ihm gegebenen oder auf ihn bezüglichen Voraussagun-gen als Wunder auslegte 43 . Und gleich ihm sollten seine GenossenDominikus von Pescia und Silvester Maruffi schon bei ihren Leb-zeiten oder doch nach ihrem Tode durch Wundermacht geglänzthaben 44 . Um das Ärgernis des Galgens zu beheben, tauchte dasGerücht auf, Alexander VI. habe gelegentlich zu Florentinern ge-äußert:Euere Landsleute und Priester waren es, die mir denFrate auslieferten 45 ." Er habe ferner, als Vinzenz Bandelli nachseiner Wahl zum Ordensmeister den Tugenden und besondersder engelhaften Reinheit des Frate alles Lob spendete, mit einemtiefen Seufzer geantwortet, er sei schlecht unterrichtet gewesen;ja ein andermal habe er sein Bedauern über die Hinrichtung aus-gesprochen und inmitten der Kardinäle erklärt, er sei gerne be-reit, ihn ins Verzeichnis der Heiligen aufzunehmen 48 .

Die Piagnonen atmeten auf, als nach der kurzen RegierungPius III. mit Julius IL der erbittertste Borjafeind den Stuhl Petribestieg, ja, gelegentlich eines Besuches im Kloster zur Eiche beiViterbo 1509 in Gegenwart des damaligen Priors Burlamacchiseine Geneigtheit zu erkennen gab, den Frate heilig zu sprechen 47 .Bartolomeo della Porta wagte es, den verklärten Meister alsMärtyrer zu verherrlichen, indem er einem der gefeiertsten Heili-gen seines Ordens, dem 1252 bei Como von den Ketzern ermorde-ten und von Innozenz IV. schon 1253 unter die Zahl der heiligenBlutzeugen aufgenommenen Peter Martyr die Züge des Frate lieh.Monte di Giovanni brachte sein Bild ebenfalls wiederholt in denChorbüchern an, die er als geschätzter Miniator in den Jahren151527 ausschmückte. In einem der Antiphonare, die er fürden Dom von Florenz schuf, stellte er den Besuch dar, welchenLeo X. der Kathedrale seiner Vaterstadt abstattete, wobei er denFrate in die päpstlichen Gewänder hüllte und mit der Tiarakrönte, so den kühnsten Traum der Piagnonen wenigstens imBilde verwirklichend 48 . Auch der Bruder Paulin Signoraccio vonPistoja (14901547), Schüler Bartolomeo della Portas, dessenZeichnungen und Entwürfe er erbte, nahm den Frate unter dieHeiligen auf, die in seinem großen Gemälde, dem Meisterwerke

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