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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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DIE NONNEN VON ST. LUCIA

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folgenden Wochen versetzten das ohnehin schon zermürbte Ner-ven- und Seelenleben der Frauen in die höchste Erregung. DieZahl der Besessenen stieg nun auf vierzig: man versuchte ver-schiedene Heilmittel, doch keines half. Der Ordensmeister gab nungelegentlich seiner Anwesenheit in Florenz die Erlaubnis, daßsolche Schwestern, welche die Gelübde noch nicht abgelegt hatten,zu ihren Angehörigen nach Hause zurückkehrten, während er denanderen den Genuß von Fleischspeisen und den Gebrauch vonFederbetten gestattete, bis sie ihre Gesundheit wieder erlangt hät-ten 20 . Doch auch diese Maßregeln führten den gewünschten Er-folg nicht herbei. Die vier Schwestern, bei welchen sich die Be-sessenheit am stärksten bemerklich machte, brachen zur Zeit desEmpfanges der heiligen Kommunion in förmliche Tobsucht aus;ihre Mitschwestern aber und die Beichtväter vernahmen dann dieStimme des heimgegangenen Frate, die ihnen von der Sakristei herzurief:Hierher, meine Töchter!" Taten sie dann, wie geheißen,so bannte er die Geister mit seinem Segen. Wie einzelnen Non-nen, so erschien der Frate nach seinem Tode vielen zugleich. Amheiligen Osterfeste empfingen die Schwestern aus der Hand ihresBeichtvaters durch das hierzu bestimmte Gitterfenster die heiligeKommunion. Doch blieben fünfzehn von ihnen ungespeist, da derPriester, sei es aus Unachtsamkeit, sei es, weil die Hostien aus-gegangen waren, zur Fortsetzung des heiligen Opfers an den Altarzurückgekehrt war. Die übersehenen Nonnen verließen jedochihren Platz am Fenster nicht, sondern warteten hier auf die Wie-derkunft des Priesters; statt seiner erschien jedoch Savonarolaund reichte ihnen das heilige Mahl 21 . Um die Besessenen von ihrenQuälgeistern zu befreien, wandten die mit der Seelsorge St. Luciasbetrauten Brüder von S. Marco bald Beschwörungen an, bald nah-men sie zu Beliquien des heiligen Johann Gualbert und andererHeiligen ihre Zuflucht. Vergebens. Erst als man einer besondersstark gepeinigten Jungfrau ein Fingerglied des Frate um den Halshing, entschwand der Dämon unter fürchterlichem Geschrei 22 ."Die Schwestern Mauritia Bedditi, Archangela Aldobrandini undHumiliana sowie eine Besessene, alle Töchter St. Lucias, wurdendurch Beliquien des Frate von hartnäckigen Leiden geheilt; nochim Jahre 1516 wurde im selben Kloster eine Masse verdorbenenWeines mit einer solchen Reliquie wieder genießbar gemacht 23 .Ähnliche Wunder ereigneten sich in anderen Frauenklöstern, so