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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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SIMON CINOZZI

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doppelte Zärtlichkeit und Anhänglichkeit wettzumachen. Männerwie Bartholomäus von Faenza, Benedikt Bettuccio, Pazifikus Bur-lamacchi, Placidus Cinozzi, Stephan von Codiponte, Jakob von Si-zilien u. a. traten fortan mit unerschütterlicher Festigkeit in Wortund Tat für ihn ein. In ergreifenden Worten beklagte ein unbe-kannter Dichter 4 * 1 das Erlöschen der Liebe und das Umsichgreifender Lauheit seit dem Tode des Predigers, den er als Heiligen undgotterwählten Propheten pries, und in nicht weniger warmenVersen flehte ein anderer zu Gott um Verzeihung seiner Sündenum der Fürbitte des Märtyrers und Propheten aus Ferrara willen,dessen reichgesegnete Wirksamkeit er in seiner Laude" 3 besang.Der Mönch Simon^ Cinozzi von S. Marco verfaßte eine Auslegungdes Ps. (5):Verba mea auribus peripe 5 ".Gott," rief er hier aus,du bist meine einzige Stütze in der Trübsal, du hast mich erlöstund in den heiligen Orden geführt und mir hierdurch die höchsteGnade erzeigt. Aber wie kommt es doch, o Herr, daß deine Aus-erwählten heutzutage von den Gottlosen verfolgt werden, die be-haupten, sie seien im Besitze der Wahrheit, wir aber, die wir indeinem Antlitze wandelten, im Irrtum befangen? Habe Mitleidmit deinen Auserwählten, o Herr, wache auf, denn es scheint, alsschlafest du und sähest die Buchlosigkeiten nicht, die verübt wer-den. Es gibt jetzt kein Christentum mehr, wir sind schlimmer alsdie Türken geworden. Das sind ja überhaupt keine Menschenmehr, sie sind ja schlimmer als Tiere und boshafter sogar als dieTeufel. Wenn du aufs neue auf die Erde kämest, so würdest duaufs neue und noch schimpflicher gekreuzigt werden. Der Glaubeist erloschen, man schert sich um kein anderes Leben und umkeine Vorsehung mehr. Dieses undankbare Volk hat deinen Pro-pheten verfolgt und getötet, zum Dank für alles, was du ihm er-wiesest. Wehe, Florenz, wehe! Weine über dich selbst, denn duhast deine Hände mit dem Blute der drei Heiligen befleckt, unddamit noch nicht zufrieden, verfolgst du heute noch alle, denen esum ein ehrbares Leben zu tun ist. Du wähnst, mit dem Tode desFrate sei alles abgetan, aber du täuschest dich, seine Sache greiftvielmehr nun erst recht um sich. Wehe auch über dich, Rom,denn du warst damit einverstanden, ja, die Ursache von allem.Wie kann doch die Erde soviel Schlechtigkeit ertragen, ohne sichzu öffnen und dich zu verschlingen!" Begreiflicherweise warman in Rom über eine solche Sprache aufs höchste aufgebracht.