JULIUS IL
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eingeführten Umzüge, die öfteren Kommunionen und den Gesangdes „Ecce quam bonum 07 " — Maßregeln, mit welchen er nurden Frate selbst zum Propheten stempelte, der einst zu ihm ge-sprochen hatte: „Es wird die Stunde schlagen, da-du diese Kon-gregation unterstützen könntest, es aber nicht tun wirst 68 ".
Bessere Zeiten schienen für die Piagnonen anzubrechen, als nachdem Tode Alexanders VI. und der kurzen Regierung Pius' III. inJulius II. ein Mann auf den Heiligen Stuhl erhoben wurde, derden Frate einst mit einem vertraulichen Schreiben beehrt undin seinen Reformgedanken ausdrücklich bestärkt hatte. Er trugnunmehr kein Bedenken, in einer am 14. Januar 1505 erlasse-nen, später auch vom V. Laterankonzil 68 bestätigten Bulle unterunverkennbarer Anspielung auf die schändlichen Vorgänge beider Wahl Alexanders VI. jede simonistische Papstwahl für nullund nichtig und den so gewählten als Apostaten, als einen SimonMagus und Erzketzer zu erklären, der auch nicht etwa durch dienachfolgende Inthronisation noch durch die Huldigung der Kar-dinäle im Laufe der Zeit Anerkennung finden könne, sonderndem Kirchenbanne verfallen und aller seiner Ämter und Wür-den verlustig sein solle. Es war überhaupt kein Geheimnis, daßJulius II. die Borjas haßte und in den übelsten Ausdrücken vonAlexander VI. sprach. Paris de' Grassis, Burchards Nachfolger imAmte eines päpstlichen Zeremonienmeisters, berichtet als Augen-und Ohrenzeuge 70 , Julius IL habe vom 26. November 1507 an dieoberen vatikanischen Gemächer bezogen und die Borjazimmer,worin sich ein Freskobild Alexanders befand, mit der Erklärungverlassen, er habe es satt, jederzeit die Gestalt seines Vorgängersvor Augen zu haben, seines Feindes, den er einen Marranen undbeschnittenen Juden nannte. Als Paris darüber lachte, nahmes der Papst ihm fast übel, daß er seiner Versicherung, Alexan-der sei beschnitten gewesen, nicht glaube, und wenn er auchseinen Vorschlag, das Bild des Borja und sein Familienwappenzu zerstören, ablehnte, so beharrte er doch auf seiner Weige-rung, Räume zu bewohnen, die ihn beständig an jenen Erzböse-wicht und Verbrecher erinnerten. Die Aussichten der Piagnonenstiegen noch, als nach dem Tode Bandeliis (1506) Johann Cleree,der Beichtvater des französischen Königs Ludwig XII., an dieSpitze des Ordens trat, ein Freund der Observanz und ob seinesEifers für die Beobachtung der Regel gefürchtet. Der neue Ge-
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