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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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STELLUNG ZUR KUNST UND DEN KÜNSTLERN

Montelupo (1469—1563), der sich nach der Hinrichtung des Pro-pheten vor dem Hasse der Gegner nach Venedig flüchten mußte,unterwegs aber zu Bologna im Hause eines Kanonikus zwölf Apo-stel von solcher Schönheit anfertigte, daß die ganze Stadt zu ihrerBewunderung herbeiströmte 106 . Seine besondere Liebhaberei warenlebensgroße Bildnisse des Gekreuzigten, deren er eine große An-zahl für ganz Italien schnitzte, darunter eines für S. Marco inFlorenz, das über der Türe des Chores angebracht war; alle wur-den ob ihrer Anmut gerühmt 107 . Piagnonen waren auch die Künst-ler der Familie della Robbia. Andreas della Robbia (1437—1528),Neffe des berühmten Erfinders der Terrakottakunst, Lukas dellaRobbia (1399—1482), wetteiferte mit dem Onkel in der Schöpfungentzückender, himmlische Unschuld und Lieblichkeit atmenderKinder- und Engelsgestalten und bewährte sich als treuer An-hänger des Propheten in der innigen Andacht und keuschen Rein-heit seiner aus tiefster Religiosität geborenen Figuren. Sein Sohn,Ambros della Robbia, schuf als Klosterbruder in S. Marco 1504eine Krippe für seine Ordensgenossen zu Siena, die sich aus vierlebensgroßen Figuren, das Christkind nicht mitgezählt, zusammen-setzte; durch besondere Schönheit zeichnete sich Joseph und einerder beiden Hirten aus, w T ährend die Madonna und der andere Hirtweniger gelungen waren 108 . Auch der in der Welt verbliebene Jo-hannes della Robbia, der Bruder des vorigen, offenbarte den Geistdes Frate besonders in der gemessenen Strenge und Einfachheit,mit welcher er die Beweinung Christi darstellte 109 . Die Baumeisterwaren unter den Frateschen in Simon del Pollajuolo, genanntCronaca (1457—1508), vertreten, einem so warmen Verehrer desPropheten, daß man erzählte, er habe in den letzten Jahren seinesLebens nur mehr von ihm gesprochen 110 .

Der größte unter allen Jüngern Savonarolas war MichelangeloBuonarroti (1475—1564). Am Hofe Lorenzo Magnificos oblag erin der lehrreichen Schule des mediceischen Gartens seinen erstenbildhauerischen Versuchen, als auch er dem Banne der propheti-schen Predigt verfiel. Eine leidenschaftliche, schwermütige, tief-innerliche, streng religiöse Natur, ward er aufs mächtigste von ihrgepackt; schwerlich gehen wir fehl, wenn wir ihn unter den zahl-reichen edlen Jünglingen suchen, die mit pochenden Herzen, ge-röteten Wangen und fiebernden Augen den hinreißenden Vor-trägen lauschten, die der fremde Mönch aus Ferrara über die ge-