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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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STELLUNG ZUR KUNST UND DEN KÜNSTLERN

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Santi Pagnini", wieder zum Pinsel, um religiöse Kunstwerke voneinzigartiger Vollendung zu schaffen. Er war, wie ihm von be-rufenster Seite nachgerühmt wird 65 , kein engherziger, verbohrterFrömmler, kein Fanatiker. Als Jünger Savonarolas bewährte ersich im „Ideale des Einfach - Mächtigen, mit dessen Wucht erden eitlen Tand und die kleine Zierlichkeit der florentinischenKirchenbilder niederschlagen wollte". In seiner Vorliebe für Ein-fachheit, für stille Räume, für gesammelten Ausdruck, in seinemVerzichte auf unterhaltliche Einzelheiten berührte er sich mitPerugino am nächsten. Seine ganze Seele ergoß er in seineKreuzabnahme, die durchaus vom Geiste des Frate beseelt ist.Ruhig und gefaßt, mit dem vollen Adel der beherrschten Empfin-dung empfängt die Schmerzensmutter ihren toten Sohn. Sieschreit nicht auf, sie zerfließt nicht in Tränen, nur einen letztenKuß voll zärtlichster Liebe drückt sie ihm auf die kalte Stirne 66 .Als Meister des Porträts erwies sich Bartolomeo in den beidenBildnissen, worin er der Nachwelt die vertrauten Züge des Frateüberantwortete. In dem einen, das, ursprünglich nach Ferrarabestimmt, ehemals den kostbarsten Schatz der heiligen Katharinavon Ricci und ihres Klosters in Prato bildete, gegenwärtig aber dieeinstige Zelle des Propheten in S. Marco schmückt, stellt er ihn inSeitenansicht dar, den Kopf in die schwarze Kapuze gehüllt, auswelcher das scharf geprägte Gesicht mit der kühn geschwungenenAdlernase, dem geschlossenen Munde mit der vorspringendenUnterlippe und dem stark entwickelten, willensstarken Kinne inshelle Tageslicht quillt. Das Auge blickt in verhaltener Glut, dieeingefallenen Wangen wissen von Abtötung und Entsagung zukünden. Die Tafel wurde vom Künstler mit der Inschrift ver-sehen: „Hieronymi Ferrariensis a Deo missi prophetae effigies 67 ."In einem anderen Bildnisse, das heute in der Akademie derKünste in Florenz hängt, leiht der Künstler dem heiligen Peterdem Märtyrer die Züge des Predigers, nur daß diese hier milderund weicher erscheinen; das große Auge unter dickbuschigenBrauen ist, wie von fernen Gesichten gebannt, nach oben gerichtet,auf den Lippen schwebt ein schmerzliches Lächeln, aus der klaf-fenden Kopfwunde rinnt das Blut 68 .

Seine Verehrung für den Frate hinderte Bartolomeo keineswegs,seine schon in der Jugend bekundete Meisterschaft in der Behand-lung des Nackten auch noch als Mönch zu pflegen, wie er denn

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