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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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DIE BÜRGERTUGEND DER ALTEN STADT

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Cölestin V. so hart gerügt hatte 19 . Er trat nun aber für die Ver-fassung der altväterlichen Zeit um so lieber ein, als sie für ihnwie einst auch schon für Dante mit der Zeit schlichter Einfachheitund Bürgertugend zusammenfiel.

Florenz, im alten Umkreis, eng und klein,Woher man jetzt noch Terzen hört und Nonen,War damals friedlich, nüchtern, keusch und rein.

Nicht Kettchen hatt' es damals noch, nicht Kronen,Nicht reichgeputzte Frauen kein Gürtelband,Das sehenswerter war als die Personen.

Bei der Geburt des Töchterchens empfand

Kein Vater Furcht, weil man zur Mitgift immer,

So wie zur Zeit, die rechten Maße fand 20 .

Überdies trug die empfohlene Verfassung nicht einmal breit-demokratisches Gepräge, da sich von den 3200 Vollbürgern nurjeweils der dritte Teil des vollen Genusses der bürgerlichen Vor-rechte erfreute; und da zudem weder dem Klerus im allgemeinen,noch dem Frate im besonderen und noch viel weniger dem Papsteoder sonst einer kirchlichen Oberbehörde der geringste gesetzlicheEinfluß auf die Staatsregierung eingeräumt werden sollte, sokonnte auch von derrepublikanischen Theokratie", die manchenso schwer im Magen lag 21 , in Wirklichkeit keine Rede sein 22 .

Wie in Fragen der inneren, so ließ sich der Frate auch in solchender äußeren Politik in erster Linie durchaus von der Rücksichtauf die wohlverstandenen Bedürfnisse der Stadt und Bürgerschaftselbst leiten. Wohl wurde er wie schon bei Lebzeiten, so nachdem Tode immer wieder beschuldigt, er allein sei für das floren-tinische Bündnis mit Frankreich verantwortlich. Wir konntenuns jedoch an der Hand der Ratsverhandlungen und Gesandt-schaftsberichte unschwer davon überzeugen, daß dieses Bündnisvon den einsichtigsten und angesehensten Bürgern der Stadt, nichtnur von Piagnonen, sondern auch von Arrabbiaten, und nicht nurbei Lebzeiten des Frate, sondern auch noch nach seinem Sturzeals die für Florenz damals einzig mögliche Politik befürwortetwurde und schon aus handelspolitischen Gründen, die für dieFlorentiner immer den Ausschlag gaben, schlechthin geboten war.