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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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DER HIMMLISCHE UND IRDISCHE LOHN

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mich meiner Ruhe und stillen Zelle zurückzugeben, antwortete ermir: ,Siehst du denn nicht, daß an eine Rückkehr nicht mehrzu denken ist und ein widriger Wind dich voran treibt?' ,Aberwas habe ich, aus Ferrara gebürtig, mit Florenz zu schaffen',entgegnete ich, ,und warum soll ich über das florentinische Staats-wesen predigen?' Der Herr erwiderte mir: ,Wenn man eine Stadtzur christlichen Zucht zurückführen will, so bedarf sie einerfesten religiös-sittlichen Grundlage, an der das Gute einen Rück-halt hat und der Anprall der Gottlosen zerschellt,' ,0 Herr,'sprach ich darauf, ,suche dir einen anderen aus, der sich besserdazu eignet als ich!' ,Weißt du nicht,' erhielt ich zur Antwort,,daß Gott das Schwache dieser Welt erwählt hat, um das Starkezu beschämen?' (1. Kor. 1, 27). ,Du bist lediglich das Werkzeug,und ich bin der Herr und kümmere mich nicht darum, ob jenesgering oder vornehm sei, denn von mir geht alle Kraft aus undnicht von ihm.' Da gab ich meinen Widerstand auf und sagte:.Siehe, o Herr, ich unterwerfe mich deinem Willen, aber ichmöchte wissen, welches mein Lohn dafür im anderen Leben seinwird?' ,Was kein Auge sah und kein Ohr hörte, nämlich dasewige Leben', verhieß der Herr. ,Was aber', fragte ich weiter,,wird hier auf Erden mein Los sein?' ,Der Knecht kann nichtgrößer sein als sein Herr. Du weißt, daß ich für meine Predigtvon den Juden gekreuzigt wurde; so wird es auch dir gehen undnicht anders.' ,0 Herr,' flehte ich da, ,schenke mir dieses Mar-tyrium! Verleihe mir, daß ich sterbe für dich, wie du starbestfür mich 227 !'"

In diesem Gleichnisse enthüllte Savonarola das tiefste Geheim-nis seiner Predigt. Sie war ihm höchste und heiligste Pflicht imDienste seines göttlichen Herrn, für welchen er lebte und starb.

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