DIE ZÜCHTIGUNG ROMS
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1513 zu Rom schaute und in einer Zeichnung festhielt, eine Bestä-tigung der Prophetie seines Oberen 90 . Hieronymus Benivieni schrieb1530, ein achzigjähriger Greis, an Clemens VII., wenn der Fratedas, was er zu sein versicherte, wirklich war — und das lasse sichangesichts der unleugbaren Erfüllung seiner Voraussagung nichtbestreiten —, so sei er den größten Männern beizugesellen, welchedie Kirche seit Christus hervorgebracht habe 91 .
Benivienis Vorstellungen mußten auf den Papst um so tieferenEindruck machen, als sich eben damals eines der Hauptstücke derProphetie Savonarolas in furchtbarer Weise bewahrheitet hatte.Im Jahre 1527 war Rom durch kaiserliche Truppen erobert undentsetzlich geplündert und gebrandschatzt worden. Grauen packteItalien bei dieser Kunde und weckte die Erinnerung an die Weis-sagung des Frate, das unbußfertige Rom werde von einem schwerengöttlichen Strafgerichte heimgesucht werden. Benivieni rief demPapste auch die vom Frate kurz vor seinem Tode an Jakob Nic-colini gerichteten Worte ins Gedächtnis, die größte Trübsal, welcheFlorenz je zu bestehen hatte, werde es unter einem Papste namensClemens erleben, eine Verkündigung, die sich während der langenBelagerung durch die vereinigten päpstlich-kaiserlichen Heere,der die Stadt vom Herbste 1529 bis Sommer 1530 ausgesetzt war,nur zu schrecklich verwirklichte. Die vom Frate gepredigte Er-neuerung der Kirche und die Bekehrung der Türken und Un-gläubigen sei allerdings, bemerkte Benivieni, noch nicht einge-treten, sie sei aber Gegenstand des Glaubens aller Christen. Undwenn sich Florenz des verheißenen Glückes noch nicht erfreue,so bewahrheite sich damit nur seine Versicherung, nicht die Bür-ger, die es am erforderlichen Reformeifer, namentlich an dernötigen Rechtspflege, fehlen ließen, sondern ihre Söhne solltender versprochenen Herrlichkeit teilhaftig werden, wie sich denndie Erfüllung seiner Verheißungen, selbst wenn diese unbedingterArt seien, immerhin je nach der größeren oder geringeren Bußeder Einwohnerschaft mehr oder weniger verzögere. Tatsächlichwährte es nicht mehr lange, bis Florenz unter der Herrschaft derHerzoge und Großherzoge aus dem Hause Medici einen Zuwachsan politischer Macht und Wohlstand erfuhr, wie ihn weder Cosimoder Alte noch Lorenzo in ihren kühnsten Träumen zu erhoffengewagt hatten. Auch die vom Frate stets aufs nachdrücklichstegepredigte religiöse Erneuerung ward durch die Kirchenversamm-
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