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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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DER MYSTIKER

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J " es fimll sein prophetisches Leben, Streben und Beten flössen beständig

*Mit;ii ineinander über. Weil er als Beter seinesgleichen nicht hatte,

! W',, hatte er seinesgleichen auch nicht als Prediger. Seine Predigten

flirSjim. waren in der unmittelbaren Nähe Gottes empfangen"' 1 , und ge-

flzuCf rade ihrem mystischen Untergrunde verdankten sie ihre höch-

WfesilU sten Vorzüge, ihr religiöses Feuer und ihren hinreißenden

hhtik Schwung. Mehr noch als Beter und Mystiker denn als Prophet

iflfiijj^ unc ^ P recn ger war epGegenstand allgemeiner Verehrung; als Beter

lläüe « r . hatte er flacht über das Volk, das unwillkürliche Ehrfurcht und

lijtojjj Scheu vor dem Gottesmanne hegte. Durch seine tiefe mystische

sjjjjjj Richtung war auch seine Stellung zur Philosophie und weltlichen

Sij s j is . Wissenschaft bedingt. Mit dem Mystiker Rupert von Deutz, mit

[il m dem heiligen Bernhard und mit zahllosen anderen berührte er

ne d\& s i cn m semer unverkennbaren Geringschätzung der Scholastik

£m* undDialektik, deren scharfsinnigster Meister er selbst war. Als

Ktidj echter Mystiker bewährte er sich in dem überall bei ihm hervor-

a total- tretenden Streben nach Einheit, nach Zusammenfassung aller

übernatürlichen Wahrheiten und Begebnisse in Gott als ihremUrheber und Endziele 70 . Der Kelch der Leiden endlich, derinneren wie äußeren, der den Gottesfreuden in vollem Maße be-schieden zu sein pflegt, blieb auch ihm nicht erspart. Noch inden furchtbaren Stunden des Kerkers litt er jene schauerlichenQualen innerer Trockenheit und Gottverlassenheit, die von denGeistesmännern zu den schwersten Heimsuchungen gerechnetwerden, um dann freilich auch mit den unaussprechlichenTröstungen erquickt und gestärkt zu werden, die ihm die Schrek-ken seines letzten Ganges verscheuchten.