DER PS. DILIGAM TE
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sanfter Weise führt zum ewigen Leben! Selig, wer in dich stetsentbrannt ist, er wird sich mit dir allein lassen begnügen und annichts Anderem auf Erden Gefallen finden. Selig, wer diesehimmlische Wunde hat, denn ohne Ermüdung wird er jubelndfliegen ins himmlische Vaterland." Und wie bei seiner Passions-betrachtung, so lebte und litt der Frate das Leiden und SterbenJesu auch bei Feier des heiligen Meßopfers mit, auf welche erhäufig einen Zeitraum von drei Stunden verwendete. Das Feuerder Liebe schlug sogar durch die leibliche Hülle durch und ver-klärte seine Züge; ja die Flamme süßester Inbrunst griff, wie einAugenzeuge 24 versichert, auf die Meßdiener über, „so daß einfrommer Wettstreit unter den Brüdern entstand, ihm am Altaredienen zu dürfen, da alle solche Wonne zu kosten begehrten".Nie war die Andacht zu dem in Brotsgestalt gegenwärtigen Hei-lande in S. Marco mit solcher Hingebung und mit solchem Eifergepflegt worden wie unter seiner Leitung. Stundenlang lag ermit den Brüdern vor dem Allerheiligsten auf den Knien; wir er-innern uns an die nächtlichen Umzüge, die er im Winter vorseinem Tode mit ihm im Kloster veranstaltete, und noch beimSturme auf S. Marco, als die Kirchentüren in Flammen standen,Kugeln und Wurfgeschoße überall einschlugen und qualmenderBauch alles zu ersticken drohte, hatte er mit den Seinen beimSanctissimum Schutz und Zuflucht gesucht.
Das Hohelied seiner Gottesliebe aber stimmte der Frate in sei-nem großartigen, an den Bekenntnissen des heiligen Augustinentzündeten und ihren Geist atmenden Psalm an: „Liebenwill ich dich 25 , o Herr, meine Stärke" (Ps. 17, 2).„Lieben will ich dich 26 , o Herr, du Kraft meiner Seele. Lieben willich dich immerdar, du meine unaussprechliche Wonne. Nichtmir, sondern dir soll mein ganzes Leben gehören, jenes Leben,das mir in Elend zerrann und das du in deiner Barmherzigkeiterwecktest. Zu spät begann ich dich zu fürchten, unendlicheMajestät, zu spät dich zu lieben, ewige Güte 27 ! Ich suchte dich,meine Buhe, und fand dich nicht; ich fand dich nicht, weil ichdich nicht recht suchte. Ich suchte dich außer mir, und duwohntest in meinem Innern. Ich wähnte dich fern, und duwarst mir nahe in meinem Herzen 28 . Ich fragte die Erde: Bist dumein Gott? Sie gab mir zur Antwort: Suche über mir, ich bindein Gott nicht 29 . Ich fragte das Meer: Bist du mein Gott? Es