erdigung entstehenden Gefahren durch Rückkehr zur altenSitte der Feuerbestattung ein für allemal ein Ende zusetzen. Schon König Friedrich IL, der Große von Preußen,hatte während des ersten schlesischen Krieges im Jahre1741 verfügt, sein Leib solle nach Römerart verbrannt wer-den, in Rheinsberg, an seinem Musensitze, solle eine Urneseine Asche aufnehmen und Knobeisdorf ihm ein Denkmalerrichten, wie das der „Lloratier zu Tuskulum" 25 ). Napoleonhatte die Einäscherung als die beste Art der Totenbestattunggerühmt und den Wunsch ausgesprochen, nach seinem Todeverbrannt zu werden. „Es ist das beste Mittel", sagte er 20 ),„alle Befürchtungen zu beschwichtigen. Was die Auferste-hung betrifft, so muß sie sich durch ein Wunder vollziehen,und es ist dem Wesen, welches die Macht hat, die Über-reste der Toten zusammenzufügen, ein leichtes, auch dieLeiber mit ihrer Asche neuzugestalten." Größtes Aufsehenerregte der glänzende Vortrag, welchen der gefeierte Ger-manist Jakob Grimm am 29. November 1849 in einer Sitzungder Akademie der Wissenschaften zu Berlin hielt 27 ). Mitdem ganzen Aufgebote seiner unvergleichlichen Gelehr-samkeit schilderte er die erhebenden Vorstellungen, welchedoch auch dem Leichenbrande zugrunde liegen, indem erzugleich daran erinnerte, daß das Grab keineswegs immerdas Haus des Friedens und der Ruhe sei, wofür es so gerneausgegeben werde. Für die angemessenste Bestattungsartwerde die Einäscherung gelten müssen, zumal da sie auchder unsäglich viele Menschen quälenden Angst vor demlebendig begraben werden für immer ein Ende bereite.Doch rechnete Grimm mit einer Wiedergeburt des Leichen-brandes nicht, sondern sprach nur akademisch. „Wirkönnen", sagte er 2S ), „nicht wieder zu den Gebräuchenferner Vergangenheit umkehren, nachdem sie einmal seitlangem abgelegt worden sind. Sie stehen jetzt außer Bezugauf unsere übrige eingewohnte Lebensart und würden,neu eingeführt, den seltsamsten Eindruck machen." Esfehlte sogar nicht an Stimmen, welche zur Verbrennung derLeichen behufs einer wirtschaftlichen Verwendung der inihnen aufgestapelten phosphorsauren Salze rieten. „Ganzbeneidenswert schiene es mir aber", schrieb der bekannteMaterialist Jakob Moleschott 29 ), „wenn die äußeren Ver-hältnisse es möglich machen sollten, zu der Sitte der Altenzurückzukehren, die unstreitig viel dichterischer war.
25 ) R e i n h o 1 d K o s e r, Gesdiidite Friedridis des Großen,4. und 5. Aufl. I, 299.
26 ) B a r r y E. O'Meara, Napoleon en exil, Paris 1822. T. I,seconde partie 14.
»') Abfjedr. „Kleinere Schriften" II, 211 ff.
28 ) Ebd. 310.
2B ) Der Kreislauf des Lebens, 4. Aufl. 1863, S. 482.
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