Druckschrift 
Die religions-psychologische Grundlage der Feuerbestattung
Entstehung
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Vorwort.

Vorliegende Schrift erwuchs aus einem kurzen Vor-trage, welchen der Verfasser am 29. Dezember 1931 auffreundliche Einladung der Genossenschaft Luzerner Feuer-bestattung hielt. Angesichts der in weiten kirchlichenKreisen herrschenden Meinung, das Erdbegräbnis sei dieursprünglichste und älteste, auf einer Art consensus gen-tium ruhende Bestattungsart, erschien es ihm angezeigt,dem Leser ein wenn auch noch so gedrängtes Bild von derStellung zu entrollen, welche die noch auf der niederstenStufe, den Anfängen der Menschheit am nächsten stehendenStämme ihren hingeschiedenen Angehörigen gegenüber ein-nehmen, sodann aber auch die hervorragende Rolle aufzu-zeigen, welche neben der Erd- die Feuerbestattung in derkulturellen Entwicklung der Völker seit Jahrtausendenspielt. Besonders lag ihm daran, die religionspsychologi-schen Voraussetzungen hervorzuheben, welche der einenund der anderen Bestattungsweise sowie der von der Kirchein ältester wie neuester Zeit bekundeten Haltung zugrundeliegen. Eine unbefangene Würdigung dieser Gesichtspunktedürfte geeignet sein, manche noch immer mit zäher Be-harrlichkeit festgehaltenen Vorurteile zu zerstreuen undzur gegenseitigen Verständigung in einer Frage beizu-tragen, in welcher die Gemüter heute immer wieder miteiner gewissen Leidenschaftlichkeit aufeinander platzen.Und doch hatte schon der römische Christ Minucius Felixim zweiten Jahrhundert dem Heiden Cäcilius das Wort inden Mund gelegt, gegen welches auch der eifrige ChristOctavius nichts einzuwenden hatte und das über dem Torejeder modernen Einäscherungshalle prangen könnte:DenLeichnamen ist jede Bestattung zur Pein, wenn sie nocheine Empfindung haben; wenn nicht, so ist ihnen das Feuer