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Die religions-psychologische Grundlage der Feuerbestattung
Entstehung
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und Rindern übersät 8 ), das Felsengrab des um 1550 v. Chr.verstorbenen Pharaos Tutanchamun barg neben dem Sargedes Herrschers eine ungeahnte Fülle kostbarster Beigaben,auch die minoischen und mykenischen Königsgräber ent-hielten die reichsten Schätze 9 ), die den darin beigesetztenToten mitgegeben worden waren. Dem entspricht es, daßdie Primitiven aller Erdteile ihren Toten auch jetzt nochmit ins Grab geben, was ihnen das Liebste war, bisweilenalles, was sie im Leben besaßen. So halten es die Neger inAfrika 10 ), überzeugt, der Verstorbene lebe im Jenseits mitdenselben Bedürfnissen, Leidenschaften und Gewohnheiten,in denselben gesellschaftlichen und persönlichen Verhält-nissen als König oder Sklave, Gesunder oder Kranker fortwie auf Erden 11 ). Er kann daher im Jenseits weder aufSpeise und Trank, noch auf Frauen und Sklaven, Waffenund Schmucksachen verzichten, die ihm als sein, den Hinter-bliebenen unantastbares Eigentum ins Grab folgen müssen.Noch bis vor kurzem starben in Afrika bei vielen Stämmenmit dem Häuptlinge seine Frauen und Sklaven oder teiltenbei lebendigem Leibe sein Grab, über die Ehre erfreut,ihm auch drüben noch dienen und sich mit ihm in Gefildenaufhalten zu dürfen, welche ihnen sonst um ihrer geringe-ren gesellschaftlichen Stellung willen für immer verschlos-sen geblieben wären. Daher wetteifern im Kongo die Lieb-lingsweiber der Großen um die Auszeichnung, mit ihrenMännern begraben zu werden; den König von Dahomeybegleiteten 50 Krieger und 80 Tänzerinnen in die andereWelt 12 ). Ähnliche Nachrichten besitzen wir aus allen Erd-teilen 13 ). Wenn die nordamerikanischen Huronen nach demTode eines Stammesgenossen dessen Hütte einreißen, seineHabe mit ihm begraben und ihm seinen besten Schmuck,sein wertvollstes Eigentum mit auf die Reise geben, so gehtihre Meinung dahin, daß die Seelen der mitgegebenenSachen ihrem Herrn drüben ebenso wie ehedem hieniedendienen 14 ). Namentlich behält der Tote sein irdisches Heimbei. Paläolithischen Funden zufolge ward er in seiner Hüttean der Herdstätte beigesetzt; ebenso pflegte er in der jün-geren Steinzeit in Mitteleuropa wie im ganzen ägäischenKulturbereiche in seiner Hütte bestattet zu werden 15 ).

8 ) C. L. Woolley, Vor 5000 Jahren, S. 31.

9 ) H. O b e r m a i e r, Urgeschichte 518 ff.

10 ) Waitz II, 193") Waitz II, 194.12 ) Waitz II, 192 f.

") BuschanI, 143, 272, 492; II, I, 319; D e r s., Sitten I, 129;Waitz III, 387; IV, 327.

") Waitz III, 199.

15 ) Obermaierb. EbertlV, II, 454; Ders., Urgeschichte304; v. Negelein, Idee des Aberglaubens 129.

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