1475 R.=Thlr. 80 Albus, weil dahiesiges Kloster viele andachts-übungen auffgebracht, die schullen in standt gebracht, auchsonsten die Bürgerschafft in vielen Stücken emporgesetztworden. Zum zweitenmale sollte das Kloster ein solchesFest nicht feiern; es erlag dem allgemeinen Schicksal derKlöster bei der französischen Invasion: die Mönche wurdenauf den Aussterbeetat gesetzt, d. h. mit sehr schwachenPensionen versehen, die Kirche mit Gebäude und Gärtender Gemeinde zum Geschenk angeboten; während eine Par-tei dieselbe mit Dank acceptiren wollte, um dort die Klo-sterschule und den Gottesdienst durch die noch übrigen Pa-tres, die sich dazu erboten und auch noch eine Zeit langim Orte blieben, fortführen zu lassen, hintertrieb eine an-dere Partei diesen Plan, weil der Pfarrkirche dadurch Ab-bruch geschehe, und so wurden die Güter öffentlich verstei-gert und für die Summe von 3200 Franken losgeschla-gen. Der Erwerber ließ die Gebäude und Kirche niederreißen, von denen nur noch wenige Ruinen übrig gebliebensind. Die Orgel und andere Mobilien erhielt die Pfarr-gemeinde, die die Uebernahme der Kirche selbst, weil nichtrentabel, ablehnte. Von den am Schlusse noch übrigenPatres versahen zwei die Kapelle zu Boich und Thumund einer eine Zeit lang die Schule, bis auch dieser eineanderweitige Seelsorgerstelle erhielt.6. Das SiechhausHäuser für sieche Kranke, hauptsächlich Aussätzige, dannauch an andern abscheulichen und ansteckenden KrankheitenLeidende begann man zur Zeit der Kreuzzüge zu errichten,da bei der vielfachen Berührung des Abend= und Morgen-landes durch die Pilger, Kreuzfahrer und Kaufleute solcheKrankheiten sich aus dem Orient in unser Land fortpflanz-ten. Die Siechhäuser wurden außerhalb der Städte, weitentfernt von menschlichen Wohnungen eingerichtet und dieKranken gewöhnlich durch geistliche Orden verpflegt, beson-ders durch die in Palästina entstandenen geistlichen Ritter-orden, deren ursprüngliche Beschäftigung gerade der Kran-
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