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Geschichte der alten Jülich'schen Residenz Nideggen
Entstehung
Seite
121
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eider

121für die 1277 in Aachen erschlagenen Grafen gestiftetenSühnaltäre in der Nidegger Kirche); Wilhelm aus dembüchell zu blyßum gibt jährlichß 15 mltr. rog. der hoffim Dhall zu Freißheim gibt 10 mltr. rogg.“ Was sichder Comthur bei Verleihung der Stelle vorbehielt, warübrigens verschieden, manchmal räumte er dem Pastor so-gar Alles ohne Vorbehalt ein, ja bei besonderen Anlässen,großen Reparaturen oder wenn die Einkünfte wegen Mißwachs oder schweren Kriegszeiten nicht hinreichten, wurdeihm selbst eine Unterstützung aus den Mitteln anderer Com-menden gewährt. Ihre Güter verwalteten die Pfarrerselbstständig, schlossen Pachtverträge, zogen die Gefälleein!).Die Güter der Pfarre waren von Steuern frei. 1658beanspruchte man solche gegen die Privilegien des Malthe-serordens, wie der Stadt von zwei bis dahin nie besteuer-ten Wiesen zu Berg und suchte dieselbe durch Wegnahmedes Heues zu erzwingen. Die Gerichte handhabten denOrden in seiner Freiheit; dennoch wiederholte sich das Be-gehren 1691 und nachdem ein langer Proceß geführt wor-den, nahm der Vogt sie gewaltsam hinweg, um die Zah-lung zu erzwingen, was denn auch gelang. Auch gegendie Zahlung der dem Churfürsten vom Papst bewilligtensogenannten geistlichen Hülfsgelder sträubten sich die Pfar-rer und 1726 supplizirte Pastor Baur, daß der Churfürstihn in der Exemtion, der geistlichen u. weltlichen Eingesessenenvon Nideggen, wie auch in der Exemtion, die der Johanniter-Orden genieße, erhalte. Der 1759 dem Kaiser vom Papst zuge-standene 10. Pfennig wurde vom Ordensrentmeister zu Kyrin-gen bei Jülich direct auch für die Commende Nideggen an den1) Diese Selbstverwaltung scheint man zuweilen bedroht resp. viel-leicht die Güter überhaupt der Pfarre zu entziehen gesucht zu habenund dahin muß wohl eine Mittheilung hinsichtlich eines Buches gedeu-tet werden, das alle Einkünfte der Commende enthalten habe. „DiesesBuch sei immer vom Pfarrer aufbewahrt worden, habe sich aber 1640sammt der Pastoralcompetenz nach Aachen vergangen, wegen dessen Ab-gangs Paſtor Heinrich v. Bocheim in Stille von Nideggen ſich ent-fernte und am 1. Mai 1647 alle Kirchen= und Pfarrdienste aufhörtenbis zwei Monate nachher der Pfalzgraf alle Comthurei=Einkünfte se-queſtrirte, worauf dann Silveſter Practorius zum Paſtor beſtellt undihm am 8. September das Buch zurück gegeben worden sei.