118übt hat, ist zweifelhaft. Nicht so hinsichtlich der Johanni-terherren, die später an seine Stelle traten und in Ni-deggen eine Commende einrichteten und hierauf mag sichwohl die Stelle in einem alten Weisthum über die Ver-hältnisse der Kirche beziehen: „es waren vormahls 3 per-sonen, zwehene Priester und ein diacon; wan ein Priesterabgienge daß der diacon alsdan in deßen platz kome.Wann die Comthure Nideggen verlassen, ist nicht bekanntSeit jener Zeit aber versahen sie die Pfarrerstelle nichtmehr selbst, sondern es präsentirte der Johannitercomthurvermöge seines Collationsrechtes dem Erzbischof einen Welt-geistlichen für dieselbe, den dieser in sein Amt einsetzteDie Pfarre war dem Orden incorporirt, der Comthur bliebalso noch immer Hauptpfarrer und der von ihm ernanntepastor commendae et civitatis Nideggensis wurde ge-wöhnlich und richtiger nur vicarius, vicecuratus, curatuspastor commendae Nideggensis genannt. Dieser Vicecuratus durfte nur auf Befehl des Comthurs das juramen-tum capitulare ablegen; er kniete nämlich vor dem De-chanten von Zülpich, dessen Gerichtsbarkeit und Aufsicht ertrotz manchfachen Sträubens gleich andern Pfarrern unterworfen war, nieder und ließ sich von diesem zur Abhörungvon Beichten der Pfarrangehörigen, Spendung der h. Sa-cramente, Predigen und den anderen Verrichtungen derSeelsorge ermächtigen. Im vorigen Jahrhundert mußtedann auch noch die Einwilligung, das beneplacitum desChurfürsten erfolgen.Bürgermeister und Rath waren seit uralter Zeit Erb-provisoren und Vorsteher der Pfarrkirche. Als solche hat-ten sie die Verwaltung des Vermögens der Kirche, derStiftungen, der Sebastianusbruderschaft; sie nahmen dieStiftungen an und hatten das Pfarrarchiv auf dem Stadt-dinghaus. Der Bürgermeister nahm nach dem Tode desPfarrers die Schlüssel der Kirche an sich, öffnete dieselbedem Nachfolger und übergab ihm die Schlüssel. Zwarschlug der Rath dem Comthur gewöhnlich einen ihm an-genehmen Geistlichen vor, dem dieser auch meistens dieStelle verlieh und er weigerte sich sogar, als im 17. Jahr-hundert ein Pfarrer ihm nicht genehm war, die Kirche zu
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten