gothische Treppenthurm aus späterer Zeit. Auch wurdeerst später dem ursprünglich senkrecht aufsteigenden Thurmdurch ringsum bis zu bedeutender Höhe vorgelegte Strebeerhopfeiler größere Stärke verliehen. Der Jenseitsthurm wareine Burg in der Burg. In ihn sollten sich die Belager-ten zur Zeit der Noth zurückziehen und dort eine fast un-ipellüberwindliche Position nehmen. Ungeheuer dicke Mauern,erheganz kleine mit Eisenstangen doppelt vergitterte Fenster,nntedie nicht im Erdgeschoß, sondern hoch über dem Boden be-findliche Eingangsthüre, zu der man auf einer leicht weg-zunehmenden Leiter emporstieg, befähigten ihn dazu. Siehatten hier Raum genug für sich und ihr Kriegsvolk, obencom.die Kriegswerkzeuge, Lebensmittel und andere Vorräthe,unter sich die wichtigsten Gefangenen als Geißel, sowie dasHeiligthum der Burg, die Kapelle. Von hieraus konntensie jeden Feind, der sich in der Burg festsetzen wollte, durchsuchWurfgeschosse und Ausfälle bis zur Unerträglichkeit beun-ruhigen. An den Jenseitsthurm lehnten sich südlich wiederstarke Verließe (k) an, in die die Gefangenen ebenfallsvon oben durch tiefe Schachte hinabgelassen wurden. Esrünsollen mehrere übereinander liegen. Dann kam das durchnurein halbkreisförmiges Tonnengewölbe überspannte Burg-anerthor. (F) Von diesem bis zur Westseite ist der alte Bau,malder wohl auch zu herrschaftlichen oder Gesindewohnungeneingerichtet war, zerſtört und die Burg erweitert worden.Gegenüber an der nördlichen Seite waren Stallungen undWohnungen für das Geſinde und Kriegsvolk. (IedricVon den eben bezeichneten Bauten eingeschlossen lagder Burghof, (A) in dessen Mitte der berühmte 400Fuß tiefe, durch den Fels gehauene Brunnen (g) die Be-wohner mit Trinkwasser versah.!) So stellte sich die Burgin Anfange des 14. Jahrhunderts dar. Sie bestand ausmehreren zusammenhängenden Theilen, die alle dem ro-Jen1) Auf dem Brunnen war ein Geschränk errichtet, in dem ein kolos-ales, von zwei Männern gedrehtes Triebrad vermittels eines Windegerichverks das Waſſer heraufholte; man brauchte faſt eine Viertelſtunde, umnder einen Eimer in die Höhe zu heben; dieſe Arbeit lag den Amtsunter-printhanen ob, die der Reihe nach aufs Schloß kommandirt wurden. Inmendeten letzten Zeiten der Churf. Regierung lösten sie sich mit Geld ab.
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