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Geschichte der alten Jülich'schen Residenz Nideggen
Entstehung
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hatte er auch, um den Forderungen des Militärs zu genü-gen, verschiedene Kapitalien aufnehmen müssen, von denennicht einmal die Zinsen bezahlt werden konnten, sondernvon 1641 — 1649 aufliefen. Da in dem endlich im Octo-ber 1648 abgeschlossenen westphälischen Frieden den Hessenund Schweden schmachvoller Weise noch sog. Satisfaktions-gelder zugestanden wurden, zu denen das Herzogthum Jülick68,760 Reichsthaler 22 Albus aufzubringen hatte, die durchdas Hebegeld auf 70,700 Reichsthaler erhöht worden, soentfielen von dieser Summe 4739 Reichsthaler 64 Albus9 Heller auf das Amt Nideggen. Bis zur völligen Aus-zahlung hielten die Hessen einige Plätze besetzt. Wurdendie Zahlungstermine nicht eingehalten oder geschahen diezum Unterhalt der hessischen Truppen ausgeschriebenen Lieferungen nicht pünktlich, so erfolgte militärische ExecutionIn dieser Weise erhielt der Rath noch im Januar 1650Befehl, einen hessischen Offizier mit 24 Mann aufzunehmenIn den Fasten 1650 überfielen die Niederländer, mit denender Pfalzgraf in Händel verwickelt worden, das Herzogthumund verfolgten auf's bitterste den katholischen Kultus. VielePfarrer und Klostergeistliche, die ihnen in die Hände fielenschmachteten lange Zeit in dem Kerker zu Orson bei Clevewo mehrere starben. Unter andern waren Soller, Stock-heim, Drove, Froitzheim, Lendersdorf und Nideggen ohneSeelsorger. Der Erzbischof ertheilte den Dürener Franzis-kanern den Befehl, die Funktionen in diesen Pfarreien biszu ihrer Rückkunft wahrzunehmen. Von einem Auftretenvon Protestanten in der Stadt oder nächsten Umgebungfindet sich weder zu dieser, noch zu irgend einer andernZeit eine SpurNicht viele Jahre der Ruhe folgten den bösen Zeitendes dreißigjährigen Krieges. Die Raubzüge Ludwigs XIV.von Frankreich suchten auch Nideggen heim. Die Sturm-vögel zeigten sich 1673, indem am 21. November der Almosenstock in der Kirche geleert und nebst den Paramenterwegen drohender Kriegsgefahren auf's Schloß in Verwahrunggebracht wurden. Am 12. Dezember kam dann eine Com-pagnie Kaiserlicher zu Pferd und eine Compagnie zu Fufvermöge Befehls der Regierung. Dieselben standen unter

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