36verloren und die Bewohner waren auf sich selbst angGanwiesen. Ihr Ackerland war schlecht und wenig ErtraHerbringend; von den Haupthandelsstraßen lagen sie entferntzu industriellen Anlagen fehlte das Wasser auf der felsigtefreieHöhe. Daher konnte in dem ihnen 1573 ertheilten PriviAmtlegium dreier Jahrmärkte mit Recht gesagt werden, daAbgin der Stadt keine Nahrung sei und keine KaufmannschaSchegetrieben werde, sodaß die Bürger sich kümmerlich behelfeSchmüßten. Dieser Zustand besserte sich in der Folge nienämund blieben die Bürger bis in das gegenwärtige Jahweißhundert hinein arm und dürftig, aber eines ging ihneBlennicht verloren, ihre freie Verfassung und ihre sogar alleisteübrigen Städte des Herzogthums überragende Vorrechtmit Eifersucht wachten sie über die Erhaltung derselbePrivund bewahrten sie auch trotz der mannichfaltigsten Anfei-hnerdungen; nicht ohne einen gewissen Stolz sahen sie aufBernBauern der Umgegend herab, mit denen sie wenig Gemei-in dieschaft hatten und von denen sie hinwieder mit mißgünstigSchlAugen angesehen wurden!). Wie groß übrigens der Vemögenswerth dieser Privilegien war, geht daraus hervodassedaß die Bürger nicht die mindesten Steuern bezahlten, nieJankeinmal an den vom Landtag bewilligten und allen übrigſavonfreien Städten zur Last fallenden Accisen Theil nahmeHuldaus den fürstlichen Waldungen unentgeltlich das Branhensund Bauholz bezogen und in denselben freie ViehweidverſchBeg!hatten.Am 31. Januar 1602 hatte Herzog Johann Wilhelseiner Gemahlin Antonetta von Lothringen zur ferneVersicherung desjenigen, was ihr zufolge des HeirathsveEhretrages verschrieben war, die Grafschaft Neuenahr oderiachtwenn das wegen des Einspruchs des Churfürsten vonZuloPfalz, der Lehnsherr war, nicht möglich sei, das AnNideggen gestellt. Am 13. Februar Vormittags elföserbieri1) Noch andere Ursachen wirkten mit, um Nideggen bei den Baulnſp.mißliebig zu machen; auf's Schloß lieferten sie ihre Naturalabgabihre Steuern, von hier aus und hierhin wurden sie zu Spann= uinterHanddiensten aufgefordert, die hier liegende Besatzung mußten sie vöhntpflegen, ursprünglich selbst auch Wachtdienste thun; hier war das Am BeideGefängniß und andere unangenehme Einrichtungen mehr.
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