20König vor Aachen, das er belagerte; darauf ging er überdie Maas, um des Gegenkönigs Otto Schwiegervater,Herzog Heinrich von Brabant, zu züchtigen; derselbe ergabsich ihm zum Gefangenen und er kehrte zurück und erstürmteund verwüstete am 8. September Jülich. Da bat ihn derGraf um Frieden, den er gleich den Grafen von Cleveund Limburg erhielt, worauf der König nach Schwabenzurückkehrte. Die Gefangenschaft des Herzogs Ludwigscheint hiernach keinen Monat gedauert zu haben. Sehrbedeutungsvoll treten von jetzt an die Jülicher Grafenin der Geschichte hervor. Ein reiches und blühendes Ländchender Anhang vieler Adelsgeschlechter, eine unbezwinglicheBurg, wie Nideggen war, ein kühner und unternehmenderGeist, das waren die Hebel, die dem Grafen Wilhelm IIIund besonders seinem gleichnamigen Sohne und Nachfolgerin jenen Zeiten, wo Unordnung im ganzen deutschen Reicheherrschte und ein allgemeiner Kampf zwischen GegenkönigenFürsten und Rittern entbrannt war, einen außerordentlichenEinfluß verschaffen mußten. Zunächst waren es die Kämpfder hohenstaufischen Kaiser mit den Päpsten, die Deutschlandin zwei Lager spalteten und zur Aufstellung von Gegenkaisern führten. Unsere Grafen standen meist auf Seiteder Hohenstaufen, auch nachdem Papst Gregor IX. derKaiser Friedrich II. auf Palmsonntag 1239 mit dem Bannebelegt hatte. Der Kölner Erzbischof Conrad von Hochstadendagegen stand auf Seite des Papstes, dem auch seine Vorgänger stets eine Stütze gewesen waren. Der Erzbischeerklärte sich 1241 offen gegen den Kaiser. Für diesenrüsteten sich Wilhelm von Jülich, die Städte Aachen unCöln und die meisten Herren des Niederrheins. Es kanzu einer Schlacht „in Badua“ (wahrscheinlich im WaldeBade bei Nideggen), in der Conrad schwer verwundet, gefangen genommen und nach Nideggen geführt wurdeHartnäckig weigerte sich derselbe Anfangs, auf einen Vergleicheinzugehen. Bei der steigenden Verwirrung der deutschenVerhältnisse jedoch ließ er den Grafen durch Ritter Arnolvon Diest, einen der bedeutendsten Jülichschen Vasallen, umBefreiung bitten, und erlangte dieselbe gegen ein Lösegelvon 4000 Mark, die auf Kölnische Städte angewiese
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