Druckschrift 
Geschichte der alten Jülich'schen Residenz Nideggen
Entstehung
Seite
13
Einzelbild herunterladen
 

13anderthalb Jahrhundert hindurch die Grafen auf Nideggengewohnt hatten. Er erzählt, dem Schlosse des Erzbischofsin Lechenich entgegen habe dessen Bruder, Graf Wilhelmvon Jülich, Nideggen gebaut, da er in fortwährenden Kriegenmit Walram gelebt habe. Peter von Streithagen, Canonichzu Heinsberg, ſagt im 16. Jahrhundert in ſeiner Beſchreibung des Ruhrthals:Prima intercepto gaudet Montjoya fluento deliciis sacrata olim, Nidecca subinde atetra invidia (famae si credere dignum est) perpetuumretinens per seros dedecus annos. (Zuerst erscheint beieiner Wendung des Flusses, das fröhliche Montjoie, einstdem Vergnügen geweiht, weiter unterhalb Nideggen, dasvon schwarzem Neide, wenn man der Sage Glauben schenkendarf, ewige Schande behält.) Teschenmacher Jul. Cliv.et Mont. S. 374. Glücklicherweise fällt Streithagen's Be-schuldigung als grundlos hinweg, da jene ganze Erzählungeben nichts ist, als ein Versuch, den Namen zu erklären,ein Versuch, der sich allerdings an einzelne historische That-sachen angeknüpft zu haben scheint. Die Geschichte hülltſich hinſichtlich der Zeit der Erbauung von Nideggen, wiedes Erbauers in vollständiges Dunkel; es ist keine Spurvorhanden, daß und wie lange es bestand, da plötzlich stirbtGraf Wilhelm II. von Jülich 1207 auf seinem SchlosseNideggen. Dennoch wird es uns mittels einiger Combinationen,wie wir hoffen, gelingen, die Erbauungszeit wenigstensannähernd zu bestimmen. Noch im Anfange des 13. Jahrhunderts scheint die Gegend von Nideggen wenig bewohntgewesen zu sein. Caesarius de Heisterbach spricht voneiner abschreckenden Wildniß um Maubach herum. (D. 6 c.10 juxta castrum Molbach in solitudinem satis horrendamund weder Namen von Ortschaften, noch Adligen der Um-gegend kommen vor. Es war auch natürlich, daß manin jenen Zeiten, wo die Bevölkerung sehr dünn war undungeheure Wälder das Land bedeckten, zu Ansiedelungenvorerst fruchtbare, anmuthige, wasserreiche Plätze benutzte.Da nun die Höhe von Nideggen in keiner Beziehung einladend erscheinen konnte, auch weder ein schiffbarer Fluß,noch eine Handelsstraße vorbeiführte, so ist es offenbar,daß zuerst das Schloß von einem mächtigen Adligen erbaut