12hundert: Nideckin, Nidegin, Nydeckin; Nidecgen, Nidecghen,Nydecghen; Nydeche, Nydecke, Nydecken, Nydegge; dannNydechen, Nidegg, Rideck, Nidecken; im vorigen Jahrhun-dert Neideggen, jetzt Nideggen. Lateinische Benennungensind: Nideca, Nidecca, mit den Adjektiven: NidecciusNidecciensis, Nideggensis, Nideccianus. Die Etymologie desWortes verweist zunächst auf Nid Neid oder aber aufnid — unter (wie der Canton Unterwalden noch jetzt aus denTheilen nid und ob dem Wald, das Erzherzogthum Oester-reich aus nid und ob der Ems besteht.) Für das jülichscheNideggen kommt die erstere Ableitung schon sehr frühe undallgemein vor; man würde sich also eine Felsenburg zudenken haben, um die der Besitzer zu beneiden ist oder dieden Neid seiner Gegner erregen soll. Und wahrlich, sie warim Stande Neid zu erregen; denn weit und breit im Landewar kein Platz, der an Größe, Schutz der Lage und Stärkeder Befestigungswerke mit Burg Nideggen den Vergleichaushalten konnte.Eine uralte Sage, die noch jetzt im Volke erzählt wirdlautet dagegen folgendermaßen: „Auf der Nideggen gegen-über auf einem Bergkegel gelegenen Burg Bergstein wohntenzwei Brüder. Zwischen ihnen brach Unfriede aus und dereine zog von Bergstein weg und baute sich auf der andernFlußseite eine neue Burg, die von den Bewohnern der Ge-gend, weil sie der Zwietracht, dem Neide zwischen den beidenBrüdern ihren Ursprung verdankte, Neid=Eck genannt wurde.Der Herr der Burg Neid Eck belagerte bald darauf seinenBruder in Bergstein, erstürmte und zerbrach dessen Schloßund baute von den Steinen desselben den gewaltigen Burgthurm in Nideggen, der davon jetzt noch der Jenseitsthurmgenannt wird.“ Dieser Sage begegnen wir schon bei Schrift-stellern früherer Jahrhunderte, nur daß bei ihnen, um dieSage in vermeintlichen Zusammenhang mit der Geschichtezu bringen, an Stelle der Herren von Bergstein anderemehr oder minder schlecht gewählte Persönlichkeiten treten,wie z. B. Strevesdorf in seiner descript. histor. poetarchidivee. Col. 1740 die Erbauung des Schlosses in dieZeit des im 14. Jahrhundert lebenden Kölner Erzbischof-Walram von Jülich setzt, nicht ahnend, daß damals schon
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