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Geschichte der alten Jülich'schen Residenz Nideggen
Entstehung
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VIII
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VIIIWenige Orte der Provinz mögen eine bedeutsamere Geschichtehaben als Nideggen. War es doch drei Jahrhunderte hindurchder Wohnsitz der mächtigen Grafen und Herzoge von Jülich, dieauf den Besitz seines unbezwinglichen Schlosses gestützt mit dergrößten Thatkraft und dem entscheidendsten Erfolge in die Ge-schichte des Niederrheins eingriffen und sich von kleinen Land-grafen zum Range der ersten Reichsfürsten emporschwangen.Um so mehr ist es zu bedauern, daß von derselben so wenigbekannt ist. Während fast jedes Städtchen unserer Rheinlande,in manchen Gegenden fast jedes Dorf seine gedruckte Chronik hat,genießt Nideggen nicht einmal das Glück, die Hauptmomenteseiner Geschichte zu kennen und nicht weiß der Führer dem FremdenAuskunft zu ertheilen, der, staunend über die gewaltigen Bautender Burg und der Stadt, ihn um die Vergangenheit befragtNur hier und da in Chroniken und historischen Werken begegnetuns der Name des Ortes, doch stets in einer Weise, die dessenWichtigkeit andeutet. Von den wenigen erhaltenen Schriftstellerndes Mittelalters ist schon der Kargheit ihrer Notizen im Allge-meinen wegen nicht viel zu erwarten und wie außerordentlicheAufschlüsse auch in neuerer Zeit aus dem fleißigen Studium derUrkunden gewonnen worden sind, für die Gegend von Nideggerund speciell für das Städtchen selbst sind diese zuverlässigstenZeugen der Vorzeit verhältnißmäßig stumm und dazu ziemlichunbeachtet geblieben. Da aber schon gegen das Ende des 15ten Jahr-hunderts die Herzoge das Schloß, das seinen Werth durch dieErfindung des Schießpulvers eingebüßt hatte, nicht mehr bewohntenund damit auch die Stadt ihre Bedeutung verlor, immer mehrsank und bei ihrer abgeschnittenen Lage in Vergessenheit gerieth,so sprechen die Schriftsteller der spätern Jahrhunderte selten vonihr und kennen sie kaum.So war es die erste Aufgabe des Verfassers, aus sehr spär-lichen, kurzen und zerstreuten Notizen mittels mühesamer und