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Marquise sein — Madame hat vapeurs; Mon-sieur soll versuchen, diese vapeurs zu zer-streuen. Er soll von leichten, zarten Dingensprechen, mit leichten zarten Worten undalten guten Wendungen, deren man nichtmüde wird und . die nicht aufregen. Abernach und nach beginnt sie selbst zu redenund erzählt, was ihr eigentlich vapeurs ge-macht. Alles ringsum: die Möbel, die Gra-vüren, die Tapeten, die Luster — lauterOrnamente, die sich selbst küssen, sich selbstaufessen, runde weiche Linien, die sich insich zusammenrollen und verschwinden —schöner Zierrat ohne Zweck und Ziel — unddraussen lebt man. Denn wir in diesenZimmern sind auch Zierrat worden — einereizende gebrechliche Arabeske um ein Nichts.Und bekommt man da ein Buch in dieHand, das ist wie ein Schrei aus dem Leben,ein Stück noch warmes Fleisch, ein Buchwie den „Emile" von Jean Jacques Rousseau,so sollte man beim Lesen keine Locke ver-rücken und kein Puderkorn verlieren ? EinHerz ist drin, ein grosses rotes Herz, einGenie, das sieht, ein Hirn, das nicht beiWorten stehen bleibt, sondern die Dingeanfasst; das etwas will und was es will, kann.Wie das nur klingt, stark, drohend, gleichdem Leben: Mensch, Wahrheit, Natur!Menschen! Aber was sind denn wir ? Worte,
H e r z f e I d, Die skandinavische Litteratur etc. 13