Druckschrift 
Die skandinavische Litteratur und ihre Tendenzen : nebst anderen Essays
Entstehung
Seite
166
Einzelbild herunterladen
 

i66

gleiche ewige Tic. Es trieb Dyre wider dieMenschen, und gerade wider solche, die seinThun am tiefsten kränkte; und es trieb ihndann auch von den Menschen weg, imschlimmsten Wetter hinaus ins Freie, wodie Schrecken stürzender Wasser und ödenGesteins und lähmende Müdigkeit den innerenFeind zum Schweigen brachten. Dann kamer mit irgend einem erlegten Tiere heim,das er mit einem fast rohen Witz Meretenbrachte. Und dann hatte er wieder ihr undnur ihr gegenüber verschämte Töne seelen-voller Innigkeit. Er konnte oft von denfurchtbarsten Rätseln und den unheimlichstenSeiten der Menschennatur mit einer düsterenVerbohrtheit sprechen, die ihm Lust unddoch Schauder bereitete, und er fiel in Ohn-macht, als er unversehens ein neugeborenesKalb mit zwei Köpfen erblickte. Schienjedoch einmal in sein Gemüt für kurze Zeitdie Sonne, so konnte er die bestrickendsteLiebenswürdigkeit entfalten die freilichdann ebenso plötzlich und überraschend inwortlose schwarze Laune umschlug.

Wie sollte die arme Merete dem Zau-ber dieses anziehenden und abstossendenMenschen widerstehen, dem geheimnisvollschmerzlichen Lächeln, mit dem er sie an-sah, als wisse er, was sie denke und lächleund habe sie zum Besten Merete, so